Vivendi Universal Hannezo darf nicht gehen

Querelen um den Finanzchef des angeschlagenen Medienkonzerns. Guillaume Hannezo will gehen, doch der Medienkonzern lässt ihn nicht.

Paris – Der Medienkonzern Vivendi Universal hat überraschend einen Rücktritt seines Finanzchef Guillaume Hannezo abgelehnt. Der Manager solle bleiben und dem neuen Konzernchef Jean-Rene Fourtou dabei behilflich sein, die Vivendi-Bilanzen zu verstehen, teilte das Unternehmen am Montag mit.

In Presseberichten hieß es zuvor, der Finanzchef des angeschlagenen Misch- und Medienkonzerns, Guillaume Hannezo, werde zurücktreten. Hannezo sei einer der Vertrauten des abgesetzten Vivendi-Chefs Jean-Marie Messier, schrieb das "Wall Street Journal" (WSJ). Er sei am 3. Juli "diskreditiert" worden, als das Unternehmen seine kritische Finanzlage offenbart habe. Dies habe im Gegensatz zu der rosigen Situation gestanden, die bislang gezeichnet wurde.

In dem Bericht hieß es weiter, es werde erwartet, dass Hannezo in seinem Amt verbleibe, bis der neue Vivendi-Chef Jean-Rene Fourtou einen Nachfolger für ihn findet. Vivendi hatte erst am vergangenen Freitag Berichte dementiert, wonach der Finanzchef das Unternehmen bereits verlassen habe.

Neuer Kredit in Aussicht

Derweil entspannt sich die finanzielle Lage des hoch verschuldeten Konzerns zusehends. Die britische Zeitung "The Observer" berichtete, dass Vivendi kurz vor der Bewilligung einer Kreditlinie über 2,5 Milliarden Euro steht.

Sollte das Konsortium der Gläubigerbanken das Geld genehmigen, hätte der Konzern mehr Zeit, Pläne zum Verkauf von Unternehmensteilen zu präsentieren. Vivendi Universal muss bis Ende des Monats rund 1,8 Milliarden Euro aufbringen. Bis Ende des Jahres werden zwei Milliarden Euro und 2003 fünf Milliarden Euro fällig. Bereits vergangene Woche gewährten die Banken einen ersten Kredit über einer Milliarde Euro.