Werbung Auf dem Umsatzniveau von 1998

Der Reklamebranche geht es schlecht. Rainer Zimmermann, Chef der Agentur BBDO, spricht von "Rezession". Bis 2003 wird nicht mit einer Erholung gerechnet.

Düsseldorf – Die deutschen Werber blicken pessimistisch in die Zukunft. "Wir glauben nicht an eine Erholung vor Ende nächsten Jahres. Wir befinden uns in einer Rezession", sagte der Chef der Düsseldorfer Werbeagentur BBDO, Rainer Zimmermann, dem "Handelsblatt".

Frank Eigler, Chef der Agentur Michael Conrad & Leo Burnett, gibt sich ebenfalls zurückhaltend und sieht kein baldiges Ende der Flaute: "Von der Wirtschaft werden bis Ende 2003 wenig Impulse kommen, die der Werbung helfen." Bisher ging die von sinkenden Marketingetats der Unternehmen gebeutelte Branche davon aus, dass es im kommenden Jahr wieder langsam bergauf gehen wird. Der Präsident des Gesamtverbands Kommunikationsagenturen und Chef der Agentur Ogilvy & Mather, Lothar Leonhard, warnte jedoch vor dem Glauben an eine rasche Erholung des rückläufigen Werbemarktes. "Wir sind mitten in einer strukturellen Delle", zitiert ihn das Handelsblatt.

Klassische Werbung im Rückwärtsgang

Die deutsche Wirtschaft investierte im vergangenen Jahr rund 72 Milliarden Euro in Werbung, Public Relations, Design, Multimedia und Veranstaltungen. Davon seien 31,5 Milliarden Euro nach Angaben des Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft auf die klassische Werbung entfallen. Dieser Markt sei im vergangenen Jahr um 5,1 Prozent geschrumpft.

"Dieses Jahr geht es deutlich unter das Niveau vom letzten Jahr. Wir rechnen nochmals mit einem Einbruch von über fünf Prozent für die Branche", sagte BBDO-Chef Zimmermann. Damit würde sich der Werbemarkt auf dem Umsatz-Niveau von 1998 bewegen. Die negative Tendenz wurde nach dem Ende der New Economy und den Terroranschlägen in den USA durch die jüngsten Bilanzskandale von Konzernen wie Enron und Worldcom noch verstärkt.