Telekommunikation Grünes Licht aus Berlin

Antrag angenommen - der Bundestag hat die Einführung von Call-by-Call auf Ortsebene beschlossen.

Berlin - Der Bundestag hat am Freitag den Weg für die Einführung von Call-by-Call-Gesprächen im Ortsnetz freigemacht. Die Bundesregierung will mit der Änderung des Telekommunikationsgesetzes Telefonkunden noch in diesem Jahr Gespräche über eine betreiberabhängige Vorwahl ermöglichen und rechnet dadurch mit Preissenkungen für die Verbraucher.

Bislang ist die Wahl des Anbieters bei einzelnen Gesprächen nur bei Fern- und Auslandsverbindungen möglich. Mit dem Gesetz muss sich am kommenden Freitag auch der Bundesrat befassen.

Bei Call-by-Call wird eine anbieterabhängige Nummer mit fünf bis sieben Ziffern vor der eigentlichen Telefonnummer gewählt. Anbieter müssen nicht über eigene Leitungen verfügen, sondern können diese von Netzbetreibern wie der Deutschen Telekom mieten. Die Bundesregierung kommt mit der Änderung des Telekommunikationsgesetzes einer Vorgabe der EU-Kommission nach, bis spätestens Dezember Call-by-Call auch im Ortsnetz zuzulassen.

Gegen Call-by-Call im Ortsnetz stemmen sich neben der Telekom, die in diesem Bereich noch über einen Marktanteil von 97 Prozent verfügt, auch mehrere Regionalanbieter, die bereits eigene Leitungen gelegt haben. Sie fürchten, dass ihre Investitionen durch Dumping-Angebote zunichte gemacht werden. Auch die Dienstleistergewerkschaft ver.di läuft gegen die Call-by-Call-Pläne Sturm und warnt vor dem Verlust Tausender Arbeitsplätze.