"Taz" Attraktive Standortpolitik

"Die Tageszeitung" will noch in diesem Jahr eine Ausgabe in NRW starten.

Berlin - "Kahn ja mal passieren" titelt "Die Tageszeitung" ("Taz") am Montag nach dem verlorenem WM-Finale. Ausrutscher wie bei dem Fußballspiel will die "Taz" wohl vermeiden, doch das "Handelsblatt" überlegt, ob die Zeitung nun größenwahnsinnig geworden sei.

Der Grund der Spekulationen ist, dass das stets defizitäre Blatt expandieren will. Während der größte Teil der Medienhäuser angesichts der Anzeigenflaute drastisch die Kosten drücken und sich auf ihre Kernkompetenz konzentrieren, plant die Zeitung eine zusätzliche Ausgabe für Nordrhein-Westfalen (NRW).

"Die Taz hat es nötig und NRW hat es nötig", zitiert die Wirtschaftszeitung die Taz-Chefredakteurin Bascha Mika. Das Berliner Blatt bietet bereits in Hamburg, Berlin und Bremen regionale Ausgaben an. Für NRW werden den Lesern jeden Donnerstag regionale und lokale Beilagen geboten.

Auf der Suche nach Abonnenten

Im stetigen Kampf um Abonnenten hofft nun die Chefredakteurin, die Auflage im Ballungsraum zu steigern. In den Städten mit Regionalausgaben sei die Auflage deutlich besser, heißt es. Rund 10.000 Leser mehr seien realistisch, äußert sich Christoph Speier, Geschäftsführer der Taz-in-NRW Verlag GmbH &Co KG in der Zeitung. Die "Taz" verkauft täglich rund 70.000 Exemplare. Nach eigenen Angaben erreiche das Blatt jeden Tag 154.000 Leser.

Finanziert werden soll das Projekt mit Hilfe von Medienfonds. Unterstützt werde die "Taz" von dem Finanzdienstleister Versiko, heißt es. Der Bedarf soll bei rund 1,5 Millionen Euro bis 2007 liegen. Dabei müssen die NRWler die laufenden Kosten selber aufbringen. Als Starttermin ist dieser Herbst oder spätestens kommendes Frühjahr angedacht. Hilfe aus der genossenschaftlich organisierten Zentrale sei nicht zu erwarten. So kämpft die "Taz" auch immer wieder ums Überleben und zieht mit spektakulären Aktionen, um Abonnenten anzuwerben, immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich.

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