Pixelnet Noch Hoffnung für den Foto-Spezialisten?

Der angeschlagene Foto-Dienstleister baut Arbeitsplätze ab. Offensichtlich hat sich das Unternehmen mit Photo Porst übernommen.

Frankfurt – Bei dem E-Fotodienstleister Pixelnet  stehen die Zeichen auf Sturm. Nach der Zahlungsunfähigkeit der Tochter Photo Porst rutscht das Mutterunternehmen Pixelnet immer weiter in die Krise.

Angeblich zufolge haben die zwei Pixelnet-Vorstände Patrick Palombo und Walther Kroha das am Neuen Markt notierte Unternehmen bereits verlassen. Einem Teil der Mitarbeiter (circa 130) könne im Juni schon kein Gehalt mehr gezahlt werden, 25 Beschäftigten soll bereits gekündigt worden sein. So lautetet ein Bericht der "Financial Times Deutschland" am Freitag.

Pixelnet-Sprecherin Brigitte Pollerspöck, wollte gegenüber Nachrichtenagenturen den Rücktritt der Vorstände nicht bestätigen. Kress.de berichtet am Freitag unterdessen, dass Pixelnet die beiden Personalien betätige.

Pollerspöck räumte jedoch ein, es werde Entlassungen geben. "Im welchem Umfang und Zeitraum dies geschieht, werden wir noch bekannt geben. Derzeit laufen Gespräche mit allen Mitarbeitern", sagte die Sprecherin am Freitag. Dagegen bestätigte Justiziar und Personalleiter Alexander Christ den Pressebericht, in dem zu lesen war, der Standort im niederbayerischen Tiefenbach werde aufgelöst. Christ reagiert darauf mit Unverständnis. "Hier wird kopflos und rechtlich völlig unhaltbar gehandelt", sagte er. "Damit wird die einzige gewinnbringende Abteilung geschlossen."

Zu dem Tiefenbacher Know-How-Zentrum gehört auch der Pixelnet-Webshop. Christ befürchtet nun, dass nur noch das Wolfener Orwo-Entwicklungszentrum übrig bleibt. Denn auch die Auslandtöchter Noricum (Oslo) und Pixelnet Schweiz (Luzern) sollen vor der Schließung stehen. Der aktuellen Krise ging voraus, dass Pixelnet im ersten Quartal 2002 einen Verlust von 7,8 Millionen Euro ausgewiesen hatte. Das Jahr 2001 schloss das Unternehmen dagegen mit einen Gewinn von 3,3 Millionen Euro ab. Anfang der Woche meldete daraufhin das Tochterunternehmen Photo Porst Insolvenz an.

Hoffnung für Photo Porst

Während die Zukunft von Pixelnet immer aussichtsloser erscheint, zeigt sich für die über 1000 Mitarbeiter der Einzelhandelskette Photo Porst ein Lichtschimmer. "Die Kooperationsgespräche mit Interessenten laufen vielversprechend", sagte Christ. Auch die circa 300 Franchise-Nehmer haben sich für eine rasche Rettung des traditionsreichen Unternehmens ausgesprochen. Photo Porst sei mit seinen rund 200 eigenen Filialen im Kern gesund. Allerdings leide es unter hohen Betriebskosten, hatte erst vor ein paar Tagen der Vorsitzende des Franchisepartner-Interessenverbands (IPA), Michael Krämer, gesagt. Dabei sei auch eine Auffanggesellschaft denkbar.

An der Börse straften die Aktionäre Pixelnet am Freitag ab. Das Papier fiel zeitweise um 20 Prozent. Auswirkungen hat die Krise des Fotodienstleister auch bei dem PC-Hersteller Lintec . Das Leipziger Unternehmen hält über Batavia Multimedia noch rund 17 Prozent an dem früheren Lintec-Ableger. Bereits Anfang der Woche gab der Vorstand der Aktiengesellschaft bekannt, dass er sich auf schrumpfende Geschäfte einstelle.

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