Micron "Schlimmer als erwartet"

Enttäuschte Analysten - der Chiphersteller rutscht in die roten Zahlen. Die unerwarteten Verluste setzen die gesamte Halbleiterbranche unter Druck.

Boise – Der Chiphersteller Micron  hadert mit dem schwachen Halbleitermarkt. Im dritten Quartal verfehlte der US-Konzern die Erwartung der Analysten und erwirtschaftete einen Verlust von 4 Cent pro Aktie. Das entspricht einem Nettoverlust von 24 Millionen Dollar.

Die Wall Street hatte zuvor mehrheitlich mit einem Gewinn von 6 Cent pro Aktie gerechnet. "Das Ergebnis war auf jeden Fall schlimmer als ich erwartet habe", sagte ein Analyst gegenüber dem Branchendienst "Bloomberg.de". "Die Chippreise sind extrem volatil", hieß es weiter. Die Verantwortlichen bei Micron bestätigten diese Einschätzung. Demnach ist ein Halbleiter, der im März für zehn Dollar zu haben war, heute für die Hälfte erhältlich.

Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte Micron allerdings noch einen Verlust von 53 Cent pro Aktie verbucht. Der Nettoverlust lag damals bei 313,4 Millionen.

Wie Micron am Dienstagabend weiter mitteilte, sanken die Umsätze im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres von 818,3 Millionen Dollar auf 771,2 Dollar und verfehlten die Erwartungen damit um 140 Millionen Dollar.

Negative Auswirkungen auf die Konkurrenz

Nachdem das negative Ergebnis bekannt wurde, verlor die Micron-Aktie im nachbörslichen Handel 10 Prozent. Vor allem die asiatischen Chiphersteller gerieten in den Sog und mussten ebenfalls deutliche Kursverluste verbuchen. Der weltweit größte Halbleiterproduzent Samsung  verlor zeitweise 6,4 Prozent. Die Aktie von Hynix  brach um 13 Prozent ein. Der Münchener Chiphersteller Infineon  verlor am Mittwochmorgen zeitweise zehn Prozent.

Chipkartell: Micron, Hynix und Samsung unter Verdacht

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