Microsoft Unterliegt Gates im Konsolenkampf?

Der Softwareriese hat angeblich hunderte Millionen Dollar mit der Spielekonsole Xbox verloren. Ob sich die Investition gelohnt hat, wird allerdings erst die Zukunft zeigen.

Redmond - Der Eintritt in den heiß umkämpften Konsolenmarkt hat den weltgrößten Softwarekonzern Microsoft  angeblich bereits hunderte Millionen Dollar gekostet. Das berichten US-Medien. Das Unternehmen erwarte im Geschäft mit der Xbox einen Verlust von 750 Millionen Dollar im laufenden Finanzjahr (Ende Juni), schreibt das amerikanische Fachblatt "Red Herring" in seiner Online-Ausgabe.

Bis zum Ende des Geschäftsjahres wolle das Unternehmen 3,5 bis vier Millionen Konsolen verkauft haben, hieß es weiter. Pro verkaufte Xbox mache Microsoft derzeit dem Bericht zufolge 150 Dollar Verlust. Microsoft-Sprecher David Hufford habe einen Kommentar abgelehnt.

Glaube an Xbox

In den vergangenen Monaten hatten sich die großen drei Konsolenhersteller Sony, Nintendo und Microsoft heftige Preisschlachten geliefert. Zuletzt hatte Sony den Preis seiner Playstation 2 im Mai um ein Drittel gesenkt, Microsoft war mit seiner Xbox, die bislang die teuerste Konsole war, gleichgezogen. Im kommenden Geschäftsjahr rechne Microsoft nach Angaben aus Unternehmensnahen Kreisen mit 1,1 Milliarden Dollar Verlust durch die Konsole. Das Unternehmen verfüge jedoch über 42 Milliarden Dollar Bargeld und könne damit die Defizite auffangen.

Auf der Spielemesse E3 in Los Angeles hatte Xbox-Chef Robbie Bach angekündigt, dass Microsoft ungeachtet der Verluste in den kommenden fünf Jahren weitere zwei Milliarden Dollar für die Konsole ausgeben wolle. Mit dem neuen Internet-Spielservice "Xbox Live" soll der schleppende Verkauf bereits im Herbst angekurbelt werden. Eine Xbox mit zusätzlichen Funktionen wie digitalem Videorecorder, größerer Festplatte und externen Speicher-Chips soll voraussichtlich im kommenden Jahr für rund 500 Dollar auf den Markt kommen.

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