Axel Springer Döpfner hält sich alle Türen offen

Ob Springer tatsächlich für KirchMedia bietet, steht noch nicht fest, sagt Vorstandschef Mathias Döpfner. Das Verlagshaus erwägt gleichzeitig Ein- und Ausstieg aus TV-Geschäft.

Hamburg - Im Bieterwettbewerb um die KirchMedia denkt der Axel Springer Verlag  über zwei Varianten nach. Zum einen kann sich das Verlagshaus sowohl einen Ausbau des TV-Geschäfts als auch einen Ausstieg vorstellen.

"Durch die aktuelle Lage bietet sich die Chance, unsere 11,5 Prozent-Beteiligung an der ProSiebenSat.1 Media AG  zu einer strategischen Position im Fernsehgeschäft auszubauen", sagte Vorstandschef Mathias Döpfner dem "Stern". Denkbar sei aber auch, den TV-Anteil an Kirch zurückzugeben und das Fernsehgeschäft zu beenden.

Der Springer-Verlag hatte in der vergangenen Woche verkündet mit dem Heinrich-Bauer-Verlag ein Konsortium zu bilden und ein gemeinsames Gebot für die insolvente KirchMedia abzugeben. "Wir wären fahrlässig, wenn wir die Möglichkeit, eine Sperrminorität von 25,1 Prozent zu erwerben, nicht prüfen würden", sagte Döpfner.

Bauer- und Springer-Gebot auf wackligen Füßen

Doch Springer-Chef erteilte all denjenigen eine Absage, die schon fest mit einem gebot rechnen. Noch sei nicht klar, ob die beiden Verlage tatsächlich ein Angebot abgeben werden. "Die Zahlen müssen stimmen. Wir werden jedenfalls keinen zu hohen Preis bieten", sagte Döpfner.

Er würde sich nicht wundern, "wenn es am Ende heißt: Es ist Auktion, und keiner geht hin." Döpfner wies Vermutungen zurück, wonach das Springer-Bauer-Konsortium nur als Strohmann für andere Investoren auftrete, beispielsweise für den amerikanischen Medienmogul Rupert Murdoch. Dies sei Unsinn.

TV-Ausstieg?

Neben Übernahmeplänen für KirchMedia denkt Döpfner auch über das Gegenteil nach: den Ausstieg aus dem Fernsehgeschäft. Der Verlag wolle sich diese Möglichkeit ebenfalls weiterhin offen halten. Eine entsprechende Option hatte Ende Januar das Aus für den Kirch-Konzern eingeleitet. Springer machte von seiner vertraglich festgelegten Möglichkeit Gebrauch, seine Anteile an der Senderfamilie ProSiebenSat.1 an Kirch zurück zu geben. Die fälligen knapp 770 Millionen Euro konnte KirchMedia nicht zahlen.

Springer-Chef Döpfner rechnet sich dennoch Chancen aus, das Geld zu erhalten. "Unsere Ansprüche laufen nicht nur gegen die insolvente KirchMedia, sondern auch gegen die operativ weiterhin tätige Taurus TV GmbH. Und diese Firma verfügt über nennenswertes Vermögen."

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