WM 2002 "Unglaubliche Resonanz"

Traumquoten im TV - die Weltmeisterschaft bricht weltweit die Einschaltrekorde.

Seoul - Die 17. Fußball-Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea hat sich zu einem Fernseh-Welterfolg entwickelt. Trotz der Übertragung der WM-Spiele vor allem in Europa und Amerika in Nacht- oder Morgenstunden wurden zahlreiche nationale Quoten-Rekorde gebrochen.

"Wir haben eine unglaubliche Resonanz auf die WM-Übertragung erhalten", bilanzierte Alexander Liegl, Direktor für Sportrechte der KirchMedia am Montag in Seoul, "es ist eine neue Art des Sehens festzustellen, in einer noch größeren Vielzahl von Medien rund um die Uhr und auf der ganzen Welt." In Japan und Südkorea wurde das so genannte Weltbild erstmals vom Host Broadcast Services (HBS), einer 100-prozentigen Tochter der insolventen KirchMedia, für 220 nationale TV-Anstalten produziert.

Quoten über 80 Prozent

Besonders groß ist die TV-Resonanz in Europa. In Italien sahen 23,6 Millionen Menschen (Marktanteil 89 Prozent) das WM-Aus gegen Südkorea. 10,5 Millionen Spanier (81 Prozent) verfolgten das Elfmeter-Drama gegen Irland. Und in Deutschland gab es mit 19,39 Millionen TV-Sehern (83 Prozent) beim Viertelfinal-Duell gegen die USA einen neuen WM-Rekord.

In England waren die Einschaltquoten bei den vier Partien der Nationalmannschaft insgesamt so hoch wie die für die gesamte TV- Sportberichterstattung im ganzen Jahr 2001. Rund 330 Millionen Menschen sahen in China die Begegnung ihres Teams gegen Brasilien. Neue Rekordmarken wurden auch in den WM-Gastgeberländern aufgestellt. Südkoreas Sieg gegen Italien sahen 30 Millionen Menschen. In Japan erreichte das Spiel der eigenen Mannschaft gegen Russland mit 62,3 Millionen Zuschauern (51,2 Prozent) ein seit drei Jahrzehnten nicht erreichtes Fernseh-Hoch.

Fußballeuphorie in den USA

Der überraschende Siegeszug der USA weckte eine noch nie da gewesene Zahl von Fußball-Fans zu Nacht schlafender Zeit. 4,16 Millionen amerikanische TV-Seher standen auf, um das brisante Achtelfinal-Duell gegen Mexiko zu verfolgen. Im Fußball-verrückten Brasilien gab es fast keinen, der nicht vor der Mattscheibe saß: 52,4 Millionen Fans sahen das erste Vorrundenspiel gegen China, was einem Marktanteil von 92,8 Prozent entsprach.

Die Produktion der WM-Weltbilder in Asien ist im Vergleich mit Frankreich 1998 durch die Austragung in zwei Ländern weitaus größer. Mit 136 Millionen Euro ist der Hostbroadcaster-Etat mehr als doppelt so hoch wie vier Jahre zuvor. Bei der WM 1998 kam die European Broadcasting Union als federführende Anstalt noch mit 70 Millionen aus.

Andreas Schirmer, dpa

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