Pixelnet Photo Porst vor dem Aus

Keine Rettung in Sicht. Pixelnet hat sich mit dem Kauf der Einzelhandelskette Photo Porst offensichtlich verhoben. Nun beantragt das Tochterunternehmen beim Amtsgericht Nürnberg Insolvenz.

Wolfen/Frankfurt – Mitte Juni trat überraschend der Pixelnet-Gründer und –Mehrheitsaktionär Matthias Sawatzky von seinem Vorstandsamt zurück. Gleiches tat auch Finanzvorstand Arno Waschkau. Sie wollten den Weg frei für Umstrukturierungen machen, hieß es.

Die Zeichen stehen auf Sturm. Der am Neuen Markt notierten Pixelnet AG  geht es nicht gut. Im ersten Quartal 2002 weitete der Konzern seinen Fehlbetrag deutlich aus. Insgesamt belief sich der Verlust auf 7,8 Millionen Euro bei 44,2 Millionen Euro Umsatz.

Für das Jahr 2001 hatte Pixelnet dagegen noch einen Jahresüberschuss von 3,3 Millionen Euro ausgewiesen. Der Umsatz der Photo-Porst-Kette betrug 217,5 Millionen Euro, bleibt aber damit hinter der Prognose zurück.

Am Montag hat nun die Pixelnet-Tochter Photo Porst beim Amtsgericht Nürnberg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Damit wolle die Mutter eine Lösung finden, wie es mit dem Unternehmen und den Mitarbeitern weitergehe, hieß es zur Begründung.

Bereits zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" geschrieben, Photo Porst stehe zum Verkauf. Pixelnet kann das defizitäre Unternehmen offenbar nicht mehr halten. "Strukurelle Veränderungen" hatte die Porst-Mutter schon für diese Woche angekündigt.

Unverdauliche Kost

Branchenkenner halten es dem Bericht zufolge für die wahrscheinlichste Lösung, dass sich Pixelnet von Photo Porst trennt. Um den Weg für Investoren frei zu machen, seien auch die Vorstände Mitte Juni gegangen. Unter ihrer Direktive hatte Pixelnet die Fotokette im vergangenen Jahr gekauft. Unverdauliche Kost – wie sich zeigt.

Die zehnmal größere Einzelhandelskette konnte auch durch den Spezialisten für Digitalfotos nicht mehr auf Vordermann gebracht werden. Schon zuvor waren andere Sanierer an Photo Porst gescheitert. Vorheriger Eigentümer war das belgische Unternehmen Spector Photo Group.

Am Montag hieß es, in den vergangenen Monaten seien "intensive Verhandlungen mit potenziellen Partnern und Investoren" geführt worden - aber erfolglos. Angesichts der sinkenden Umsätze bei Photo Porst könne Pixelnet den zusätzlichen Finanzbedarf für die Restrukturierung und den Ausbau des digitalen Fotogeschäfts nicht mehr sicherstellen, hieß es. Der Gang zum Amtsgericht folgte.

Was passiert nun?

Welche Auswirkungen der Insolvenzantrag der Tochter auf die Mutter Pixelnet haben wird, ist derzeit noch nicht klar. In den kommenden Tagen werde dies der neu bestellte Vorstandsvorsitzende Gerhard Köhler prüfen. Köhler hat die Nachfolge des zurückgetretenen Matthias Sawatzky angetreten. Der Manager war bereits bis Ende vergangenen Jahres Finanzvorstand bei Pixelnet.

Die Börse ist offenbar skeptisch. Dort wird die Aktie seit Wochen verkauft. Am Montag brach das Papier deutlich ein. Vor der Meldung waren die Aktien der Gesellschaft vom Handel ausgesetzt worden.

Pixelnet kündigte gleichzeitig einen Personalwechsel im Aufsichtsrat an: So soll der bisherige stellvertretende Aufsichtsratschef Ulrich Franz den Vorsitz im Gremium übernehmen. Der ehemalige AR-Chef Klaus-Dieter Höh scheidet dagegen aus.

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