Premiere Keine Kooperation mit Kloiber

KirchMedia drängt auf eine Entscheidung über die Vergabe der TV-Rechte für die Fußballbundesliga. Der Bezahlkanal Premiere dient dabei als Faustpfand.

München – In der Verhandlung um die TV-Rechte für die Fußballbundesliga erhöht die KirchMedia den Druck. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" will der Medienkonzern dem Sublizenznehmer Premiere die Schulden in Höhe von 512 Millionen Euro erlassen, wenn der Dachverband der Profiklubs, die deutsche Fußball-Liga (DFL), sich für Kirch als Rechtepartner entscheidet.

Für Premiere wäre der Schuldenerlass überlebenswichtig, denn sollte KirchMedia auf seinen Forderungen beharren, droht die Insolvenz des Pay-TV-Kanals. Damit avanciert Premiere zum Faustpfand, denn ohne den Bezahlsender verlieren vor allem die kleineren Bundesligisten eine wichtige Präsentationsplattform, die ihnen das Free-TV nicht bieten kann. Für die DFL bliebe das Geschäft mit KirchMedia die einzige verbleibende Alternative.

"Fakt ist, dass Premiere derzeit die einzige digitale Plattform darstellt", beschreibt Dieter Hoeneß, Manager des Bundesligisten Hertha BSC Berlin, die Situation gegenüber manager-magazin.de. Für die Zukunft geht Hoeneß davon aus, dass die DFL an einem eigenen Digital-Sender arbeiten wird.

Unauflösbare Bietergemeinschaft mit KirchMedia

Unternehmerisch sind die ehemaligen Konzernschwestern KirchMedia und Premiere mittlerweile komplett getrennt. Premiere gehört den Gläubigerbanken, während bei KirchMedia die vorläufigen Geschäftsführer Wofgang van Betteray und Hans-Joachim Ziems das Sagen haben.

Um die Bundesligarechte hatte sich in den vergangenen Wochen ein Bieterwettstreit zwischen KirchMedia und Premiere einerseits und dem Münchener Filmrechtehändler Herbert Kloiber andererseits entwickelt. Kloiber wird möglicherweise auch von ARD und ZDF unterstützt. Die DFL will bis Mitte nächster Woche über die Vergabe entscheiden.

Konsequent schloss Premiere-Chef Georg Kofler gegenüber der SZ eine Zusammenarbeit mit Kloiber bei den Fußballrechten aus. "Kloiber ist für Premiere jederzeit ein willkommener Geschäftspartner. Nur bei der Bundesliga kommen wir nicht zusammen – weil Premiere in eine unauflösbare Bietergemeinschaft mit KirchMedia eingebunden ist", sagte Kofler.

Weiter hieß es, Premiere und Sat.1 hätten sich für den Fall eines Zuschlags bei den Bundesligarechten bereits auf ein neues Programmkonzept geeinigt. Premiere soll wie bisher alle Spiele der Fußball-Bundesliga live übertragen. Im Free-TV wären die Zusammenfassungen bei der SAT1-Sendung "ran" künftig schon um 18.00 Uhr zu sehen.

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