GFT Technologies Kein Herz für Härtner

Der am Neuen Markt notierte Internet-Dienstleister steht vor einem Umbau des Vorstands. Das erfuhr manager-magazin.de exklusiv aus Unternehmenskreisen.

Hamburg - Roland Härtner, im Vorstand der GFT Technologies AG  bis Anfang Mai dieses Jahres für die Betreuung des Großkunden Deutsche Bank zuständig, muss das Unternehmen verlassen. Neu in den GFT-Vorstand kommt Marika Lulay. Lulay hat bislang bei der Beratungsfirma Cambridge Technology Partners gearbeitet.

Der bevorstehende Abgang Härtners zeugt von der heiklen Verbindung zwischen GFT und der Deutschen Bank. Die auf IT-Beratung und Internet-Softwareentwicklung spezialisierte GFT hatte im Sommer 2001 die Emagine-Gruppe übernommen, eine IT-Tochtergesellschaft der Deutschen Bank mit rund 900 Mitarbeitern.

Im Gegenzug garantierte die Deutsche Bank GFT ein Auftragsvolumen von rund 80 Millionen Euro pro Jahr. Es erwies sich jedoch als schwierig, diese Umsatzzusage in konkrete Projekte umzuwandeln. Auch bei der Deutschen Bank wurden die E-Business-Investitionen in den vergangenen Monaten kräftig zusammengestrichen (siehe: "Ackermann schwingt die Sense").

Probleme, die Härtner nun den Job kosten dürften. Der Manager hatte bis zur Fusion die Emagine geleitet, die bis dato nahezu ausschließlich für interne Kunden bei der Deutschen Bank gearbeitet hatte. Seit dem Zusammenschluss mit GFT musste Härtner plötzlich gegen andere IT-Dientsleister um die Aufträge der Deutschen Bank konkurrieren.

Hierbei soll der 50-Jährige nicht immer eine glückliche Figur abgegeben haben. "Härtner fehlte die Akzeptanz bei der Deutschen Bank und bei seinen eigenen Mitarbeitern", heißt es GFT-intern.

Ulrich Dietz, Vorstandschef der GFT AG, wollte die Personalie auf Anfrage der Redaktion weder bestätigen noch dementieren. Die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank verlaufe "sehr vielversprechend".

mm-Archiv: Interview mit GFT-Chef Dietz mm-Archiv: Deutsche Bank beteiligt sich an GFT

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