Vivendi Universal Grünes Licht vom Verwaltungsrat

Freie Bahn für Jean-Marie Messier. Der Konzern-Chef darf die Versorgersparte verkaufen.

Paris – Nach monatelangem Ringen steht der weltweit zweitgrößte Medienkonzern Vivendi Universal vor einem entscheidenden Schritt zum Schuldenabbau. Der Verwaltungsrat sprach sich für die von Vorstandschef Jean-Marie Messier geforderte Reduzierung der Mehrheitsbeteiligung an dem Tochterunternehmen Vivendi Environnement (VE) aus. Der Anteil soll von derzeit 63 Prozent auf rund 40 Prozent gesenkt werden.

Bei dem französischen Versorgungsunternehmen Vivendi Environnement hat Vivendi Universal den Großteil seiner Schulden von mehr als 30 Milliarden Euro geparkt. Bei einer Reduzierung der Beteiligung auf unter 50 Prozent muss die Muttergesellschaft die Schulden nicht mehr in ihrer Bilanz aufführen.

Die Reduzierung am VE-Kapital solle zum einen durch Anteilsverkäufe von etwa 15 Prozent gelingen, sobald die Marktbedingungen dies erlauben würden, hieß es. Zum anderen sei eine Kapitalaufstockung bei VE von bis zu 1,5 Milliarden Euro via Aktienverkauf geplant, wodurch VE sein weiteres Wachstum finanzieren könne.

Durch die Trennung von der VE-Mehrheit werde "für mehr Klarheit bei den Investoren" gesorgt, erklärte Vivendi Universal. US-Aktionäre und Analysten haben Vivendi-Chef Jean-Marie Messier unter Druck gesetzt, die Mischstruktur aufzugeben und das Unternehmen stärker auf das Mediengeschäft auszurichten.

Die Trennung von der VE-Mehrheit war vor den nun entschiedenen Wahlen in Frankreich blockiert worden, da VE stark im kommunalen Wasserversorgungsgeschäft engagiert ist. Die Börse reagierte positiv auf die Entscheidung. Die Vivendi-Aktie legte am Dienstagmorgen um 1,7 Prozent zu.