Premiere Unter Zeitdruck

Die Banken setzen Kofler Fristen. Bis Montag soll der Senderchef günstigere Verträge mit der DFL und Filmstudios vorweisen. Und bis zum Spätsommer soll er einen neuen Investor finden.

München - Senderchef Georg Kofler steht unter Druck. Er muss bis zum Spätsommer einen Investor finden und deutlich billigere Abkommen mit der Bundesliga und den Hollywoodstudios präsentieren. Dies sind die Bedingungen der Banken, damit diese dem defizitären Bezahlsender einen Überbrückungskredit bereitstellen, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter der Muttergesellschaft KirchPayTV Joseph Füchsl, in einem Bericht des "Handelsblatt".

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass die Bayerische Landesbank Premierechef Georg Kofler bis Montag eine Frist gesetzt hat. Bis dahin soll der Chef deutlich billigere Abkommen mit der Bundesliga und den Hollywoodstudios aufweisen.

Mit oder ohne Fußball?

Doch noch laufen die Verhandlungen für die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga mit der DFL. Kofler drängt dabei auf eine schnelle Einigung. Die DFL will aber einem Bericht der Nachrichtenagentur vwd zufolge erst am Dienstag entscheiden. Die Agentur beruft sich dabei auf Verhandlungskreise. Neben Premiere hat sich unter anderem auch der Rechtehändler Herbert Kloiber zusammen mit der Deutschen Telekom für die Rechte beworben.

Premierechef Georg Kofler hatte in der vergangenen Woche einen Sanierungsplan für den Bezahlsender vorgelegt. Danach braucht er kurzfristig einen Kredit in Höhe von 100 Millionen Euro. Die Bayerische Landesbank und HypoVereinsbank sollen angeblich inzwischen bereit sein, diesen Kredit zu gewähren. Doch die Kapitalspritze von rund 100 Millionen Euro würde den Geschäftsbetrieb aber nur bis September sicher stellen, sagte Füchsl. Allein für die Übertragungsrechte der Fußball-Bundeliga bietet der Bezahlsender angeblich 140 bis 150 Millionen Euro für die pro Spielzeit.

Wer steigt ein?

Premiere-Vorstand Georg Kofler steht unter hohem Zeitdruck. Während er zur Zeit die Verhandlungen um Filmrechte und Bundesliga schnell zu seinen Gunsten beenden will, macht ihm auch die Suche nach einem neuen Investor zu schaffen, um nicht den Widerstand der Banken hervorzurufen. Bis zum Spätsommer muss er laut Vorgabe der Banken eine entsprechende Absichtserklärung mit einem Investor unter Dach und Fach zu haben. Als Interessenten werden unter anderem Rupert Murdoch und sein britischer Bezahlsender BSkyB sowie Bertelsmann genannt. In Frage kämen auch die Hollywood-Studios oder ein Finanzinvestor. Mit der Investorensuche soll jetzt eine international erfahrene Investmentbank beauftragt werden.

Nach Informationen aus Bankenkreisen sei das Auswahlverfahren bereits in der entscheidenden Phase, schreibt das Blatt. Im Anschluss an eine Entscheidung könnten dann die Verkaufsunterlagen erstellt und versandt werden.