KPNQwest Telekom bietet mit

Das Kabelnetz bleibt vorerst in Betrieb. Die Telekom ist angeblich an einem Kauf interessiert.

Karlsruhe - Die Wettbewerber machen Jagd auf die Kunden von KPNQwest. Zwar müssen die Kunden nicht mehr befürchten, dass das Netz des Kabelbetreiber von heute auf morgen abgeschaltet wird. Doch ob ein Betrieb des Netzes auch noch über den 1. Juli hinaus gesichert ist, ist noch völlig offen. Die Verhandlungen mit Insolvenzverwaltern, Geschäftsführern und potenziellen Käufern laufen noch.

Ziel ist es, das Geschäft von KPNQwest weiterzuführen. Dabei wird darüber nachgedacht, eine Lösung für die gesamten Netze in Europa zu finden oder das künftige Geschäft auf die Beneluxländer, Frankreich und Deutschland zu konzentrieren. Derweil sollen rund 40 Unternehmen bisher ihr Interesse an KPNQwest gezeigt haben. Wie die "Financial Times" meldet, soll auch die Deutsche Telekom  unter ihnen sein. Darüber hinaus sollen sich auch AT&T , Telefonica  , Belgacom, Tiscali  und KPN  sowie Cable&Wireless für KPNQwest interessieren.

Thilo Huys, Sprecher von KPNQwest Germany, ist zuversichtlich, dass in Deutschland das Unternehmen bestehen bleibt. Die nächsten sechs Wochen seien gesichert.

"Wir können das Geschäft auch alleine fortsetzen und als eigenständiges Unternehmen bestehen", sagte der Sprecher gegenüber manager-magazin.de. Derzeit wird auch hier zu Lande über den Fortbestand der deutsche Sektion verhandelt. Dabei hält er sowohl eine Übernahme durch ein anderes Unternehmen als auch eine Abspaltung von dem niederländischen Konzern für möglich.

Schweizer KPNQwest verkauft

Besonders wenn sich das Unternehmen auf sein Kerngeschäft konzentriere und Bereiche wie das Rechenzentrum in Karlsruhe verkaufe, stünden die Chancen für ein Überleben in Deutschland gut, sagte Huys. So hat beispielsweise der Provider 1 & 1 Internet AG erst vor wenigen Tagen sein Interesse an dem Karlsruher Rechenzentrum von KPNQwest angemeldet. Zuversichtlich ist Huys auch, da bislang noch nicht viele Kunden in Deutschland abgesprungen seien. "Mit diesem Kundenstock können wir weiter arbeiten."

Für KPNQwest Schweiz ist zumindest schon eine Lösung gefunden. Die amerikanische Gesellschaft Via Networks hat die Schweizer gekauft. 10 der rund 40 Mitarbeiter sollen übernommen werden. Kunden und Infrastruktur wandern zu Via Networks. Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.