Adobe/SAP Im Bündnis vereint

Im Internet gehören Adobe-Anwendungen zum Standard. Jetzt schließt das Softwareunternehmen eine Partnerschaft mit SAP ab und etabliert sich damit auch im Markt für papierlose Geschäftsprozesse.

Köln – Der Softwarehersteller Adobe  erringt einen wichtigen Punktsieg gegen den übermächtigen Konkurrenten Microsoft . Das US-Unternehmen hat nach eigenen Angaben eine Zusammenarbeit mit der deutschen Softwareschmiede SAP  vereinbart.

Das Adobe-Produkt Acrobat und das dazugehörige Dateiformat PDF sollen fortan in das Software- und Servicepaket mySAP.com eingegliedert werden. Mit Hilfe der Integration von Adobe-Anwendungen sollen die bisher an Papier gebundenen Arbeitsprozesse beschleunigt werden.

Von langer Hand vorbereitet

Adobe-Chef Bruce Chizen hat das Geschäftsfeld der papierlosen Geschäftsprozesse schon längere Zeit im Visier. Im Februar kaufte er für 72 Millionen Dollar das kanadische Unternehmen Accelio, das sich selbst als Marktführer in diesem Bereich bezeichnet.

Die Accelio-Anwendungen können Acrobat-Daten extrahieren und für die Weiterverarbeitung in Geschäfts-Software integrieren. "Bei einem digitalen Spesenformular zum Beispiel trägt der Mitarbeiter seine Ausgaben ein, das Programm ergänzt das Formular mit einer digitalen Signatur und schickt die Daten zur Verarbeitung direkt in die Lohnbuchhaltungs-Software", erklärte Chizen den Ablaufprozess.

Punktsieg gegen Microsoft

Bisher hatte Accelio nicht das nötige Gewicht für die Partnerschaft mit einem der großen Softwarehäuser. Mit der starken Marke Adobe im Rücken ist dieser Schritt jetzt aber gelungen. Der Rechnung von Bruce Chizen ging auf.

Acrobat konkurriert im Bereich der Textdarstellung seit Jahren mit Microsoft. Dabei schlägt sich das Unternehmen erstaunlich gut. Das Adobe-Format PDF hat sich mittlerweile als Dokumenten-Standard im Internet durchgesetzt. Durch die kostenlose Verteilung des Acrobat-Readers, der PDF-Files lediglich darstellen, nicht aber produzieren kann, hat sich die Anwendung weltweit etabliert.