Kirch Taurus Holding vor Insolvenzantrag

Das Kirch-Imperium steht vor dem endgültigen Aus. Am Mittwoch dieser Woche wird die Taurus Holding – die Dachgesellschaft der Kirch-Gruppe – einen Insolvenzantrag beim Münchener Amtsgericht einreichen, erfuhr manager-magazin.de aus Kirch-Kreisen.

München - Damit würde nun der dritte Unternehmensbereich der Kirch-Gruppe einen Insolvenzantrag stellen. Bereits Anfang April hatte die Kirchs Kerngesellschaft KirchMedia Insolvenz beantragt, die KirchPayTV GmbH, die den defizitären Bezahlsender Premiere betreibt, folgte rund einen Monat später. Neben der Taurus Holding soll auch die Kirch Beteiligungs GmbH, die unter anderem die Rechte an der Rennserie Formel 1, am Mittwoch einen Antrag auf Insolvenz stellen, hieß es.

Der offenbar unmittelbar bevorstehende Gang der Taurus Holding zum Insolvenzrichter überrascht nicht. Bereits seit Wochen spekuliert die Branche über diesen Schritt. Auch die Banken haben mittlerweile die Gläubigerbanken die Kredite der Taurus Holding - unter anderem für Premiere - fällig gestellt.

Mit der Darlehenskündigung der Pay-TV-Kredite ist der Weg offen für Medienunternehmer Rupert Murdoch, der seine vertraglich verbriefte Ausstiegsoption aus Premiere wahrnehmen möchte. Die Forderung von 1,7 Millionen Euro müsste die Taurus Holding zahlen.

Rettung für Premiere rückt näher

Während KirchPayTV im Insolvenzverfahren steckt, zeichnet sich für den Sender Premiere offenbar eine Lösung ab. So sollen die Bayerische Landesbank und die HypoVereinsbank AG einem dringend benötigten Übergangskredit zugestimmt. Eine offizielle Bestätigung liegt jedoch noch nicht vor.

Auch für die insolvente KirchMedia wird fieberhaft an einer Lösung gesucht. Favorisiert wird dabei eine Auffanggesellschaft. Insgesamt soll es 20 ersthafte Interessenten geben. Unter ihnen ist auch ein Konsortium unter Führung der WAZ-Gruppe, die die TV-Tochter ProSiebenSat.1 und den Rechtehandel übernehmen möchte. Zu dieser Auffanggesellschaft gehören neben der WAZ auch die Commerzbank und das US-Filmstudio Columbia Tristar.

Während am Montag noch von einer bevorstehenden Lösung gesprochen wurde, hieß es am Dienstag, dass zwischen den Unternehmen Unstimmigkeit herrsche. Nach Informationen des "Handelsblatts" wollen sowohl die WAZ als auch die Commerzbank die Mehrheit an KirchMedia. Die "FAZ" berichtet, dass die Schlagkraft des Konsortiums leide, da die Commerzbank mit ihrem geplanten 40-Prozent-Anteil weitere Medieninteressenten an Bord holen wolle.

Der Kaufpreis für das umfangreiche Filmarchiv von KirchMedia soll übrigens einen Bericht des Magazins "Focus Money" zufolge bei rund zwei Milliarden Euro liegen. Kirch-Sprecher Hartmut Schultz wollte am Dienstag dazu keine Stellung nehmen. Ein Sprecher der WAZ-Gruppe meinte: "Zahlen, die in die Luft geworfen werden, kommentieren wir nicht".

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.