UMTS Gewinnschwelle in weiter Ferne

Zehn Jahre dauert es, bis Mobilfunkunternehmen im UMTS-Geschäft schwarze Zahlen schreiben.

Düsseldorf – Mobilfunkunternehmen müssen eine lange Durststrecke hinnehmen, bevor sie mit dem Mobilfunkstandard UMTS endlich Gewinne einzufahren. Selbst Unternehmen mit einem Marktanteil von 40 Prozent brauchen fast zehn Jahre, um im UMTS-Geschäft schwarze Zahlen zu schreiben. Zu diesem Ergebnis kommt Torsten Gerpott, Professor der Universität Duisburg, der für das "Handelsblatt" den UMTS-Markt genauer untersuchte.

Gerpott bezieht sich dabei auch auf Studien des europäischen Statistikinstituts Eito, der Investmentbank CSFB sowie auf Branchendaten.

Für 2005 rechnet der Professor erst mit einem Marktanteil für UMTS am Mobilfunkmarkt von nur neun Prozent, 2007 seien es 30 Prozent. Aufgrund der hohen Anlaufkosten unter anderem für den Netzaufbau rechne sich das Geschäft jedoch nur für drei höchstens vier Anbieter. Zwei bis drei der UMTS-Lizenzinhaber müssten ihre Pläne aufgeben, resümiert Gerpott.

Kurth: Handel mit Lizenzen möglich

Etwas anders sieht der Chef der Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation, Matthias Kurth, den UMTS-Markt. Er rechnet damit, dass trotz aller Spekulationen über eine Marktkonsolidierung und Fusionen zunächst alle sechs Inhaber einer UMTS-Lizenz den Alleingang versuchen werden. Sollte der Markt das wünschen, halte er bei einer möglichen Rückgabe einer Genehmigung auch einen Handel mit Lizenzen zwischen den Unternehmen für möglich, sagte Kurth der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "Die Welt".

Sollte einer der Lizenzinhaber seine Erlaubnis zum Betrieb eines UMTS-Netzwerkes zurückgeben, werde es zunächst eine öffentliche Anhörung geben. Wettbewerbsverzerrungen durch niedrigere Lizenzpreise müssten ausgeschlossen werden, sagte Kurth. Er halte es angesichts des wirtschaftlich schwierigen Umfeldes für Telekom-Firmen derzeit aber für fraglich, ob die Voraussetzungen für die Fusion von zwei oder mehreren UMTS-Lizenznehmern überhaupt gegeben sind.

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