Hynix Auf Stimmenfang

Wahlkampfmanöver - koreanische Politiker wollen den Chip-Hersteller am Leben halten.

Hamburg - Der Halbleiterhersteller Hynix  wird vorerst nicht zerlegt. Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) sind politische Gründe für die Verzögerung bei der Aufspaltung des hoch verschuldeten Unternehmens ausschlaggebend.

"Wenn die Preise für 128-Mega-DRAM-Chips auf fünf bis sechs Dollar anziehen, wäre auch ein alleiniges Überleben von Hynix möglich", sagte Park Byoung Yoon von der regierenden Millennium Democratic Partei. Unter Branchenkennern herrscht jedoch weniger Optimismus, da die Lage des Konzerns durch die weiterhin niedrigen Halbleiterpreise unverändert kritisch ist.

Insofern schätzen Analysten den plötzlichen Sinneswandel der verantwortlichen Politiker als Wahlkampfmanöver ein. "Derzeit ist ein Verkauf an Micron  oder andere Investoren ohnehin unwahrscheinlich. Daher zieht es die Regierung vor, sich auf die Seite von Hynix zu schlagen, um mehr Stimmen zu bekommen", sagte Lee Chang Kyung von Shinhan Securities. In Südkorea finden am 13. Juni Regionalwahlen statt. Im Dezember sind zudem die Präsidentschaftswahlen angesetzt.

Auch der ehemalige Finanzminister Jin Nyum, der bislang als Verfechter des Verkaufs von Hynix bekannt war, ruderte zurück und forderte nun eine selbstständige Existenz des Unternehmnens. Jin kandidiert bei den Regionalwahlen in der Provinz Kyonggi, dem Standort des Hynix-Werks.

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