Kirch-Krise Klage gegen die Deutsche Bank

Leo Kirch will mit einer Einstweiligen Verfügung verhindern, dass seine Springer-Aktien von dem Kreditinstitut an der Börse platziert werden.

Hamburg – Der Kampf zwischen Leo Kirch und der Deutschen Bank  ist jetzt ein Fall für die Justiz. Der insolvente Medienmogul will heute vor dem Münchener Landgericht verhindern, dass sein 40-Prozent-Anteil am Axel Springer Verlag von dem Frankfurter Kreditinstitut an die Börse gebracht wird.

Mit dem geplanten Verkauf des Aktienpaketes nimmt die Deutsche Bank ihr Pfandrecht an nicht zurückgezahlten Kirch-Krediten war. Leo Kirch dagegen hält das Pfandrecht wegen unternehmensschädigenden Äußerungen des ehemaligen Deutsche-Bank-Chefs Rolf-E. Breuer für verwirkt.

Freie Fahrt für die Deutsche Bank

Mit seiner Klage will Kirch die Platzierung des Aktienpaketes über die Börse verhindern. Experten geben dem Versuch allerdings wenig Chance. Würde Kirch vor Gericht scheitern, hätte die Deutsche Bank beim Verkauf der Springer-Anteile freie Fahrt.

Bereits zuvor hatten die so genannten Formel-1-Banken nach wochenlangen Verhandlungen ihre Zustimmung zum Verkauf des Aktienpaketes signalisiert. Das Konsortium aus Bayerischer Landesbank, J.P. Morgan Chase und Lehman Brothers Holdings wollte ursprünglich ebenfalls gegen den Börsengang klagen.

Die Banken hatten Kirch 1,6 Milliarden Euro für den Kauf der Formel 1 geliehen. Der Kredit war mit den Springer-Anteilen nur nachrangig besichert. Nach der Insolvenz darf sich nun zunächst die Deutsche Bank an dem Paket bedienen.