Premiere Ein Silberstreif am Horizont

Hoffnung für den angeschlagenen Abo-Kanal: Die Banken signalisieren Zustimmung zum Sanierungskonzept von Sender-Chef Kofler. Dank der Fußball-WM steigt auch die Zahl der Kunden.

München - Der von der Pleite bedrohte Bezahlsender Premiere kann wieder hoffen: Die Gläubigerbanken scheinen bereit zu sein, dem Sender eine lebensnotwendige Finanzspritze von mindestens 100 Millionen Euro zu gewähren.

Premiere wollte entsprechende Berichte zwar nicht kommentieren. In Branchenkreisen hieß es am Mittwoch aber, die Banken hätten positiv auf das Konzept von Premiere-Chef Georg Kofler reagiert.

Bayerische Landesbank, österreichische Bawag und HypoVereinsbank wollen laut "Handelsblatt" das Sanierungskonzept von Kofler stützen. "Ich hatte den Eindruck, dass sich die Banken mit dem Konzept anfreunden können", sagte der vorläufige Insolvenzverwalter der KirchPay TV, Joseph Füchsl, der Zeitung.

Kofler hatte das Konzept am Montag vorgelegt. Es sieht niedrigere Kosten, besseren Vertrieb und weniger Programme vor, spekuliert aber auch mit neuen Gesellschaftern. Um zunächst aber das Überleben des Senders zu sichern, ist Medienberichten zufolge ein Überbrückungskredit von mindestens 100 Millionen Euro nötig. Die endgültige Entscheidung über die Finanzhilfe soll in der kommenden Woche fallen.

Mehr Abos durch die WM

Hoffnungsvoll dürfte die Verantwortlichen bei Premiere die derzeitige Entwicklung bei den Abonnements stimmen. Wie das Unternehmen mitteilte ist die Zahl der abgeschlossenen Verträge in der letzten Woche auf mehr als 2500 pro Werktag angestiegen. Noch vor zwei Monaten pendelten die Zahlen zwischen 500 und 800 neuen Kunden pro Tag.

Als Grund für den Schub führte der Sender die laufende Fußballweltmeisterschaft an. Unmittelbar vor dem Turnier in Japan und Südkorea wurden sogar 3000 Neuzugänge am Tag verbucht.