TV-Fußball Läuft Kirch ins Abseits?

Die insolvente KirchMedia will die TV-Rechte für die Fußball-Bundesliga unbedingt im Konzern behalten. Doch die Konkurrenz setzt dem ehemaligen Monopolisten immer mehr zu.

Düsseldorf/München - KirchMedia erhöht den Druck bei den laufenden Verhandlungen mit der Deutschen Fußball Liga (DFL). Das insolvente Unternehmen fordert von dem Dachverband der Profiklubs kurzfristig eine klare Aussage darüber, ob die TV-Rechte auch in der kommenden Saison bei Kirch verbleiben.

"Wir sind in sehr konstruktiven Gesprächen mit der Deutschen Fußball-Liga und haben ein faires Angebot abgegeben, das auch sehr gut aufgenommen wurde", sagte der Sportrechte-Chef der KirchMedia, Alexander Liegl, gegenüber dem "Handelsblatt".

Das aktuelle Angebot an die DFL sieht nach Medienberichten Einsparungen vor. Im Vergleich zum derzeit gültigen Kontrakt würden die 36 Profivereine pro Jahr deutlich weniger erhalten. KirchMedia wollte gegenüber manager-magazin.de keine genauen Zahlen nennen.

Falls sein Unternehmen die Bundesliga wie geplant weiter vermarkte, werde dafür eine eigene Projektgesellschaft als Teil von Kirch Sport gegründet, so Liegl weiter. Kirch Sport bleibe also in der neuen KirchMedia, betonte der Manager: "Das ist ein sehr profitabler Bereich mit viel Sportvermarktungskompetenz."

Der laufende Vertrag zwischen DFL und KirchMedia sieht die Zahlung von 360 Millionen für die kommenden Saison und 460 Millionen für die Spielzeit 2003/2004 vor. Seit der Kirch-Insolvenz befinden sich beide Partner in Nachverhandlungen, da Kirch die geforderte Summe nicht aufbringen kann.

Die Konkurrenz legt nach

Ob KirchMedia kurzfristig klare Perspektiven seitens der DFL bekommt, erscheint indes fraglich. Michael Meier, Manager des amtierenden deutschen Meisters Borussia Dortmund, sagte gegenüber manager-magazin.de: "Das Angebot von Kirch ist meines Wissens derzeit nicht unterschriftsreif."

Neben Kirch wagen sich zunehmend auch andere Interessenten aus der Deckung. Als heißester Konkurrent wird der Münchener Filmhändler Herbert Kloiber gehandelt.

Im Kampf um den Fernsehfußball legte der Chef der Tele München Gruppe jetzt noch einmal nach. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete bietet er der DFL nun deutlich mehr als 300 Millionen Euro pro Spielzeit – allerdings erst ab der Saison 2003/2004.

Ende des Kirch-Monopols

Bei den Fußballklubs wurde die Offerte positiv aufgenommen. Wolfgang Holzhäuser, Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, nannte Kloibers Angebot "finanziell und strukturell hochinteressant". Sein Dortmunder Kollege Michael Meier sagte gegenüber manager-magazin.de in Hinblick auf die Marktentwicklung: "Das Angebot zeigt, dass aus dem Monopol ein Oligopol geworden ist."

Kloiber hatte der (DFL) zuletzt gemeinsam mit der Deutschen Telekom ein Angebot über eine Milliarde Euro gemacht. Kloiber interessiert sich für die TV-Rechte der nächsten drei Jahre. Für die Telekom geht es vor allem um die Übertragung im Internet für die nächsten fünf Jahre.