Online-Auktionen Indizierte Versteigerungen

Skandal oder Seifenblase? Die staatlichen Jugendschützer werfen Online-Auktionatoren wie EBay oder Ricardo vor, jugendgefährdendes Material anzubieten.

Hamburg – Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPJS) hat Online-Auktionshäuser wie EBay  oder Ricardo  im Visier. Die Web-Dienste sollen in großem Umfang indizierte Waren und Programme anbieten.

Nach einem Bericht des Branchendienstes Heise.de will sich die Leiterin der Behörde, Elke Monssen-Engberding, dafür einsetzen, dass Versteigerungsseiten in die Liste der für Minderjährige nicht zugänglichen Werke aufgenommen werden.

Daraus dürfte nichts werden. Wie die BPJS gegenüber manager-magazin.de schriftlich mitteilte, kann ein Medium nur in die Liste der indizierten Schriften aufgenommen werden, wenn von ihm selbst eine Jugendgefährdung ausgeht. EBay und Ricardo sind demnach nur Vermittler, nicht aber Anbieter des Materials.

Die Behörde beeilte sich auch gleich mitzuteilen, dass lediglich auf das Problem hingewiesen werden sollte. Von einer bevorstehenden Indizierung könne nicht die Rede sein.

Online-Auktionäre sehen keine Probleme

Die Beschuldigten reagieren auf die Vorwürfe gelassen. Ricardo-Sprecher Frederik Luz sagte gegenüber manager-magazin.de, dass im Angebot genau auf "sauberen Content" geachtet werde. Zuletzt wurden einige 100.000 User wegen regelwidrigen Verhaltens verbannt, unter anderem auch, weil sie Gewalt verherrlichendes und pornografisches Material angeboten hätten. Zudem würden die Inhalte permanent kontrolliert.

Auch EBay verwies auf Kontrollmechanismen. Unternehmens-Sprecher Joachim Guentert bezeichnete den gesamten Vorgang dann auch vorsichtig als "bemerkenswert". Insofern bleibt die BPJS-Intiative wohl folgenlos.