Kirch-Krise Neue Eigner gesucht

Das Medienimperium wird zerschlagen. Weltweit ist das Interesse an Teilen der KirchMedia groß.

München - Zwei Monate nach dem Insolvenzantrag der KirchMedia steht jetzt der Verkauf des Kerngeschäfts der KirchGruppe an. Mehr als 60 Medienunternehmen und private Finanzgesellschaften aus aller Welt hätten bislang ihr Interesse an den 28 Teilen von KirchMedia bekundet, schreibt das Magazin "Focus". In den kommenden beiden Wochen sollen die Interessenten neben einem Finanzierungsnachweis auch ihre Strategie für die begehrten Unternehmensteile schriftlich vorlegen.

Unterdessen stehen die Kirch-Gläubigerbanken offenbar kurz vor einer Einigung über das weitere Schicksal der 40-Prozent-Beteiligung der KirchGruppe am Axel Springer Verlag. Die Deutsche Bank und die Institute, die Kirchs Formel-1-Einstieg finanziert hatten, würden voraussichtlich bis Anfang kommender Woche eine Lösung finden, schreibt die Zeitung "Die Welt" in der Samstagausgabe. Dabei werde grundsätzlich an dem Plan festgehalten, das Paket an die Börse zu bringen.

Als möglicher Termin wurde die Zeit nach der Bundestagswahl im September genannt. Voraussetzung sei allerdings ein besseres Umfeld an den Aktienmärkten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf verhandlungsnahe Bankenkreise. Offen sei auch die Zusammensetzung des Konsortiums, das die Aktien platzieren könnte.

Mit Kirchs Springer-Beteiligung ist ein Kredit der Deutschen Bank abgesichert sowie die Verbindlichkeiten bei den "Formel-1-Banken" Bayerische Landesbank, Lehman Brothers und JP Morgan Chase. Der Kredit der Deutschen Bank war im Mai fällig geworden und konnte nicht getilgt werden. Die Deutsche Bank habe kein Interesse daran, längerfristig die Beteiligung am Springer-Verlag zu halten, habe ein Banker bekräftigt, schreibt die "Welt".

Über die seit Wochen andauernden Verhandlungen gibt es zahlreiche Spekulationen, aber kaum offizielle Angaben. Die "Financial Times Deutschland" hatte diese Woche im Gegenteil berichtet, zwischen den Banken sei ein neuer Streit entbrannt. Konkurrenten der Deutschen Bank würden die von ihr angestrebte schnelle Platzierung des Aktienpakets an der Börse mit einstweiligen Verfügungen verhindern wollen, hatte es ebenfalls unter Berufung auf Bankenkreise geheißen.

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