Formel 1 Banken planen Übernahme

Die Kirch-Krise macht es möglich. Die Bayerische Landesbank, J.P. Morgan und Lehman Brothers wollen bei der Rennserie mitmischen. Sie wollen sich angeblich an der SLEC beteiligen.

Frankfurt - Drei Banken wollen einem Pressebericht zufolge bei der populären Rennserie Formel 1 einsteigen. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, planen die Bayerische Landesbank, J.P. Morgan und Lehman Brothers sich für mehrere Jahre an der Formel-1-Holding SELC zu beteiligen. Damit soll der im Renngeschäft engagierten Automobilherstellern nach dem Fiasko der Kirch-Gruppe der Einfluss gesichert werden, heißt es in dem Artikel. Die Zeitung bezieht sich dabei auf Kreise der Beteiligten Banken.

Bayerische Landesbank, J.P. Morgan und Lehman Brothers haben der Kirch Beteiligungs GmbH insgesamt über 1,6 Milliarden Dollar zum Kauf der Formel 1-Rechte zur Verfügung gestellt. Damit konnte sich Kirch 58 Prozent an der SELC sichern. Auch auf die 16,7 Prozent der SELC-Anteile, die sich noch bei EM.TV befinden, liegen im Zugriffsbereich der Banken. Im Rahmen eines Optionsgeschäfts mit Kirch wurden die Anteile ebenfalls an die Banken verpfändet.

Dem Bericht zufolge wollen die Banken eine namhafte Beteiligung für mindestens drei Jahre besitzen, danach soll das Paket an der Börse platziert werden.

Werner Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Landesbank, bezifferte den Wert der Formel 1 zuvor auf vier bis fünf Milliarden Euro. Von einem Börsengang erwarten die Banken dementsprechend einen ordentlichen Gewinn. Als Berater der Banken wurde der frühere Deutsche-Bank-Vorstand Thomas Fischer verpflichtet.

Noch müssen für diese Lösung jedoch die Autohersteller überzeugt werden. BMW, DaimlerChrysler, Fiat und Ford hatten ursprünglich angekündigt eine eigene Rennserie zu starten, die dann der Formel 1 ihren Wert nehmen würde. Wie den Herstellern weiterhin Einfluss auf die Formel 1 gesichert werden kann, wie sie verlangen, ist derzeit noch ungeklärt. Wie die "FAZ" schreibt, sei Bernie Ecclestone nun gefordert. Der Formel-1-Gründer hält noch 15 Prozent an der SELC. Aus Verhandlungskreisen war demnach zu hören, dass Ecclestones Einfluss größer sei, als die Kapitalbeteiligung nahe lege. "Ecclestone muss sich bewegen", hieß es in dem Bericht.