Paid Content Das Geld sitzt lockerer

Gute Nachrichten für die gebeutelte Internetbranche. Immer mehr User wollen für Inhalte zahlen. Allerdings stellen die Nutzer auch immer höhere Ansprüche an den Content.

Hamburg – Unter den Internetusern zeichnet sich ein Trendwende ab. Nach einer aktuellen Umfrage des Hamburger Marktforschungs-Instituts Fittkau & Maaß hat sich im vergangenen Halbjahr die Bereitschaft, für Inhalte zu zahlen, deutlich erhöht.

Lange Zeit lag die Zahl der Internetnutzer, die eine Bezahlung für Content kategorisch ablehnen, konstant bei 50 Prozent. In der aktuellen Erhebung geht der Anteil jedoch deutlich auf unter 30 Prozent zurück. Vor allem Daten und Nachrichten sind den Usern das Geld wert. 32,4 Prozent der Befragten sind bereit, für hochwertige Informationen im Internet zu zahlen.

Bei der kostenpflichtige Nutzung von Programmen konnte ebenfalls ein Steigerung von 15 auf 21 Prozent verbucht werden. Der Anteil jener User, die in Musik und Filme investieren wollen, steigerte sich nur leicht von 14,3 auf 17,6 Prozent.

Ende der Gratis-Mentalität?

Für die Content-Anbieter kommt der neue Trend zu einem günstigen Zeitpunkt. Im Angesicht der Werbeflaute im Online-Bereich setzt die Branche derzeit vermehrt auf Bezahlinhalte, um sich ein Stück Unabhängigkeit vom Anzeigenmarkt zu sichern. Die Gratis-Mentalität, so ist bei einigen Akteuren zu hören, muss ein Ende haben.

Die User verwahren sich dagegen, als Trittbrettfahrer abgestempelt zu werden. Laut der Fittkau-&-Maaß-Studie stufen sie die Kosten für den Zugang inklusive Telefongebühr als erheblich ein. Entsprechend muss bei der Betrachtung der Internetnutzer zwischen zahlungswilligen und knauserigen Zielgruppen unterschieden werden.

Junge Internetsurfer zeigen etwa eine äußerst geringe Bereitschaft, das Taschengeld für Promi-Chats auszugeben. Umgekehrt sind männliche Nutzer über 40 bereit, für Daten und Nachrichten zu zahlen.

Der emanzipierte User

Die Umfrage von Fittkau & Maaß zeigt: Die Ansprüche der User an das Internet passen sich denen an herkömmliche Medien an. Der Content muss aktuell, die Nutzung unmittelbar nach dem Kauf möglich und die Bezahlweise schnell und unkompliziert sein.

Aber gerade bei der Bezahlung gibt es hierzulande große Defizite. Die Pay-Systeme im deutschen Markt etablieren sich nur langsam. Nur jeder fünfte Internetnutzer kann die unterschiedlichen Methoden beim Namen nennen.

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