Seat Alhambra Online

Die VW-Tochter bietet Neuwagen im Internet an. Kurze Lieferzeiten und Rabatte sollen locken.

Wolfsburg – Drei Modelle stellt der Autohersteller Seat ab sofort für das Internet-Geschäften bereit. Kunden, die sich einen Wagen im World Wide Web bestellen, können dabei mit einer kurzen Lieferzeit von durchschnittlich zehn Tagen rechnen. Auch mit Rabatten bis zu 13 Prozent will die Volkswagen-Tochter Käufer ins Netz locken.

Allerdings verkauft Seat die Neuwagen nicht direkt über das Netz. Übers Internet können sich Interessierte das Auto nur gegen eine Gebühr von 250 Euro reservieren. Der Wagen wird dann an die "ESeat"-Partner geliefert, dort steht er dann bereit. Der Vertrag wird jedoch mit dem Autohersteller direkt abgeschlossen. Auch nach der Lieferung ist ein Kauf jedoch nicht verpflichtend, heißt es erklärend auf der Website www.eSeat.com.

Händler unter Vertrag

Mit diesem Vorgehen will Seat vermeiden, die Händler vor den Kopf zu stoßen. Die Kunden müssen weiterhin den Neuwagen bei den Autohäusern abholen und auch dort die Unterschrift unter den Vertrag leisten. Seat zahlt den Händlern dafür eine Vergütung. Wie die VW-Tochter mitteilte, habe sie mit 95 Prozent der rund 350 deutschen Seat-Händler einen Vertrag zum Internet-Handel ausgehandelt. Um die kurze Lieferzeit einhalten zu können, sollen im Netz nur Fahrzeuge angeboten werden, die speziell für diesen Vertriebsweg produziert worden.

Zum Start stehen insgesamt 150 Autos der Modelle Arosa, Leon und Alhambra bereit. Das Angebot gilt zunächst nur in Deutschland. Nach Prüfung der rechtlichen Bedingungen wolle Seat jedoch von 2003 an auch in anderen europäischen Ländern in den Internet-Verkauf einsteigen, hieß es. Kunden, die befürchten, der Service könnte schlechter werden, beruhigte das Unternehmen. Daran ändere sich nichts.

Keine Auskunft gab das Unternehmen über Erwartungen von Verkaufszahl oder Umsatz. Ein Vergleich zu anderen Autoherstellern zeigt, dass sich die Produzenten bislang nur zögerlich dem Autoverkauf im Internet nähern. Während der Gebrauchtwagenhandel im World Wide Web blüht, bieten die Konzerne nur wenige Neuwagen direkt an. Weder DaimlerChrysler  noch BMW  wollen beispielsweise den Verkauf übers Netz stark forcieren - mit wenigen Ausnahmen. Der Autokauf sei für den Kunden ein emotionales Ereignis. Das Internet könne diese Emotionalität nicht transportieren, so eine der Begründungen.