Kirch-Media Kein Kapitalbedarf?

Hauptversammlung verschoben - die Insolvenz der KirchMedia wird nicht zurückgenommen.

München – KirchMedia verschiebt die für nächste Woche geplante Hauptversammlung. Ursprünglich sollten die Gesellschafter Silvio Berlusconi, Rupert Murdoch und die Rewe-Gruppe bei dem Treffen über eine Kapitalerhöhung um bis zu 800 Millionen Euro beraten. Der Zuschuss hätte zur Rücknahme der Insolvenz geführt.

Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) sehen die Verantwortlichen bei KirchMedia derzeit keinen Grund für eine Hauptversammlung, zumal die Suche nach Investoren für den Medienkonzern, der vor zwei Monaten Zahlungsunfähigkeit angemeldet hatte, planmäßig verlaufe. Vielmehr drängen die neuen Geschäftsführer auf die Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Damit wäre der Weg frei für eine grundsätzliche Neustrukturierung des Konzerns. Unrentable Firmenbereiche und Sender sollen abgestoßen werden.

Als weiteren Grund für den Aufschub der Hauptversammlung führte KirchMedia die nur langsam vorangehende Prüfung der Bücher an. Demnach hätte die ProSiebenSat1 AG  lange Zeit den Einblick in die Bilanzen verwehrt, weil sich das Unternehmen als eigenständige Aktiengesellschaft betrachtet. Erst kürzlich hätte der Vorstand die Bücher für die Wirtschaftsprüfer geöffnet. Nun aber sei es für einen Abschluss der Betriebsprüfung bis nächste Woche zu spät.

Bei ProSiebenSat1 weisen die Verantwortlichen den Vorwurf der Blockadehaltung zurück. "Die Einsichtnahme erfolgte unter Einhaltung der üblichen Vereinbarung im Interesse der Aktionäre", sagte eine Unternehmens-Sprecherin gegenüber manager-magazin.de.

Die nächste Pleite

Unterdessen gibt es in der Unternehmensgruppe des Abo-Senders Premiere nach der Pleite der Muttergesellschaft KirchPayTV und weiterer Konzernteile nach SZ-Informationen nun die nächste Insolvenz. Die Abonnenten Service GmbH (ASG), eine Tochter der KirchPayTV, habe sich jetzt beim Amtsgericht München für zahlungsunfähig erklärt.

Die ASG betrieb einen Callcenter bei München. Den 120 Mitarbeitern wurde bereits im April gekündigt.