Donnerstag, 14. November 2019

KPN Ein niederländisches Dilemma

Der Telekom-Konzern KPN steckt weiter tief in den roten Zahlen. KPNQwest und E-Plus treiben den Schuldenberg in die Höhe. Die Hoffung ruht nun auf dem mobilen Internetzugang i-mode.

Den Haag – KPN Börsen-Chart zeigen meldet auch für das erste Quartal dieses Jahres einen deutlichen Verlust. Der Fehlbetrag liegt bei 348 Millionen Euro nach 539 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, hieß es. Verlustbringer ist der Kabelbetreiber KPNQwest Börsen-Chart zeigen. KPN hat auf das notleidende Unternehmen Abschreibungen in Höhe von 477 Millionen Euro vorgenommen. Der niederländische Konzern ist mit 40 Prozent an dem Kabelbetreiber, einem Gemeinschaftsunternehmen mit der US-Firma Qwest, beteiligt.

Wie andere Kabelbetreiber der Netzebene drei (Regionalnetze) steckt KPNQwest in einer Sackgasse. Zum einen stehen hohe Investitionssummen an, um das Kabelnetz auf einen technisch höheren Standard zu bringen, zum anderen haben die Geldgeber das Vertrauen in das Unternehmen verloren. Der Schuldenberg ist auf zwei Milliarden Euro angestiegen. Immer wieder wird über eine mögliche Insolvenz spekuliert.

In der vergangenen Woche schreckte KPNQwest die Finanzmärkte zudem mit der Mitteilung auf, die Liquiditätssituation habe sich trotz der vor Wochen angekündigten Maßnahmen zur Bilanzsanierung massiv verschlechtert. Haupteigner Qwest verweigerte unter anderem die Bereitschaft für eine weitere Finanzspritze. Nun hat KPN das Kabelunternehmen komplett abgeschrieben. Ein Schuldenabbau durch den Verkauf des Kabelbetreibers ist damit wohl kein Thema mehr, meint Franz Rudolf, Analyst bei der HypoVereinsbank gegenüber manager-magazin.de.

Optimistischer Ausblick

KPN sitzt damit im Dilemma. Das Unternehmen steht unter Druck, seinen Schuldenberg abzubauen. Zwar hat das Telekommunikations-Konzern den Fehlbetrag mit derzeit 15,4 Milliarden Euro bereits reduziert, doch ein weiterer Abbau ist erforderlich. Bis zum Jahresende soll der Schuldenberg auf 14,5 Milliarden Euro gesenkt werden.

Optimistisch stimmt das Unternehmen, dass der Umsatz im ersten Quartal gestiegen ist. Wie KPN mitteilte, setzte es in den ersten drei Quartalen dieses Jahres insgesamt 3,26 Milliarden Euro um, nach 2,96 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg unter Einberechnung von Sonderaufwendungen um 18 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro. Analysten hatten mit etwa 963,9 Milliarden Euro gerechnet. Für das laufende Jahr erwartet KPN eine Steigerung des Ebitda um "mindestens 12 Prozent".

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