Sega Erfolgreicher Rückzug

Der Dreamcast-Hersteller gab auf - und gewann trotzdem. Gerade rechtzeitig zog sich Sega aus dem mörderischen Kampf auf den Konsolenmarkt zurück. 2003 wollen die Japaner sogar wieder die Gewinnzone erreichen.

Tokio - Im März 2001 gab Sega  den Traum auf, mit der Dreamcast den Spielekonsolen-Markt aufzurollen - das Unternehmen drohte, im harten Konkurrenzkampf auszubluten. Ein weiser Schritt, zeigen die Jahresbilanzen: Sega scheint den Untergang abgewendet zu haben.

Zwar ist der japanische Konzern noch ein gutes Stück davon entfernt, wieder profitabel zu arbeiten. Doch der traditionsreiche Konsolenhersteller, der über Jahre neben Nintendo dominierte, scheint nun auf dem besten Wege.

Während Sega im Jahr 2000 einen äußerst schmerzhaften Verlust von rund 420 Millionen Euro einfuhr, konnten die Japaner ihr Minus 2001 auf etwas über 140 Millionen Euro senken. Frech verkündet Sega sogar, bis März 2003 die Gewinnzone zu erreichen - und dann ein Plus von rund 140 Millionen Euro einzufahren.

Das Unternehmen scheint also auf dem Weg zur Besserung, und das Rezept dafür hätte einfacher kaum sein können: Sega verzichtete ab März 2001 darauf, mit den Großen boxen zu wollen. Zwar galt und gilt das Sega-Produkt Dreamcast als durchaus konkurrenzfähige Game-Konsole, doch gelang es nicht, damit auch Geld zu verdienen. Entwicklung und Produktion von Konsolen sind schlicht zu kostspielig, um über den Verkaufspreis wieder eingefahren werden zu können.

Nur Platz für zwei Anbieter

Es sei denn, man verkauft 30 Millionen davon, wie Sony  im Falle der Play Station 2. Der japanische Großkonzern behauptet, die Konsole inzwischen auch für Preise um 199 Dollar mit Gewinn verkaufen zu können - eine reine Frage der "kritischen Masse". Die brauchen Hersteller grundsätzlich, wenn sie mit dem Verkauf von Konsolen Geld machen wollen: Während die Hardware - wie nun im Fall von Microsofts  Xbox - unter teils kräftigen Verlusten verkauft wird, machen die Konzerne ihr Geld mit den Spielen zum Gerät.

Obwohl der weltweite Gamekonsolen-Markt auf ein Volumen von über zwanzig Milliarden Euro geschätzt wird (Hard- und Software inklusive), bietet er wahrscheinlich nur zwei Anbietern genügend Raum, die nötige "kritische Masse" zu entwickeln. Einer davon ist derzeit Sony, um den zweiten Platz streiten Nintendo  mit dem Gamecube und Microsoft mit der Xbox. Das dürfte teuer werden, bevor der Geldfluss auch nur zu plätschern beginnt.

Sega entschloss sich vor etwas mehr als Jahresfrist, das, was Geld kostet, aufzugeben und sich stattdessen auf das zu konzentrieren, was Geld einbringt. Als bloßer Game-Softwarehersteller könnte das Unternehmen am Ende des "Konsolen-Krieges" als heimlicher Sieger dastehen. Dass Sega aufs richtige Pferd setzt, ist auf jeden Fall gewährleistet: Die Firma produziert ihre Spiele für alle Plattformen.

Spielkonsolen: Der Preiskampf tobt

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