7. Deutscher Trendtag Die Zukunft des Geldes

Hoffnung für die Online-Branche: Zwei Drittel der User sind angeblich bereit, für Internet-Inhalte zu bezahlen. Was noch fehlt, ist Vertrauen in das elektronische Geld.
Von Stefan Raulf

Hamburg - Auf dem Siebten Deutschen Trendtag sprach Thomas Hueck, Leiter Volkswirtschaft der Hypovereinsbank, über die Perspektiven des elektronischen Geldes. Die grundsätzliche Bereitschaft von fast 70 Prozent der User, für interessanten Content zu zahlen, stehe die Skepsis von gut 85 Prozent der Nutzer gegenüber, bestehende Zahlungsmodalitäten zu nutzen.

Trotz zunehmender Ausbreitung von Online-Geschäften führe elektronisches Geld ein Schattendasein. Drei Kriterien seien entscheidend, um die Akzeptanz neuer Zahlungsmittel zu erhöhen: Anwenderfreundlichkeit, Vertrauen und das Erreichen der "kritischen Masse."

Die Kraft der Gewohnheit als Hemmschuh

Die Attraktivität von Bezahl-Software hänge in erster Linie von einfacher Installation und Bedienung sowie geringen Kosten ab. Eine verbreitete Skepsis gegenüber neuen Technologien und damit verbundenen Risiken könne nur durch beruhigende Sicherheitstandarts überwunden werden. Schutz gegen Betrug und Diebstahl müsse ebenso gewährleistet sein wie die Anonymität des Kaufvorgangs.

Ob sich eine neue Technologie durchsetzt, hängt aber nicht allein an den technischen Voraussetzungen, meinte Hueck. Der Mensch sei ein Gewohnheitstier. Nur ungern würden vertraute Mechanismen aufgegeben. Der Kompatibilität zu herkömmlichen Zahlungsmitteln komme daher eine entscheidene Bedeutung zu. Hueck beurteilt insbesondere die Perspektive von Zahlungssystemen positiv, die, wie Firstgate, auf der Kombination mit etablierten Bezahlformen basieren.

Der Trendtag  wird alljährlich vom Hamburger Trendbüro  organisiert, um mit Vertretern aller Branchen gesellschaftliche Entwicklungen und ihre Konsequenzen für ökonomisches Handeln zu diskutieren. In diesem Jahr haben renommierte Referenten, wie Peter Sloterdijk, Peter Wippermann und Douglas Rushkoff, die neue "Moral der Netzwerkkinder" beleuchtet: Was macht diese Moral aus, welche Konsequenzen für das Konsumentenvehalten ergeben sich daraus und mit welchen Strategien sollte das Marketing reagieren.

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