Kirch-Krise 100 Millionen weniger

Knauseriges Konsortium - die Banken wollen den Preis für Kirchs Springer-Anteil drücken.

Düsseldorf - Die Banken wollen deutlich weniger für die Übernahme der Springer-Anteile an die Kirch-Gruppe zahlen als bisher angenommen. Wie das "Handelsblatt" berichtete, sehen einige Institute den Wert des Aktienpakets nur noch bei unter 900 Millionen Euro.

Nach sorgfältiger Prüfung lasse sich eine höhere Bewertung nicht darstellen, verlautete aus Bankenkreisen. Das neue Angebot liegt zwar noch knapp 10 Prozent über dem Marktwert, aber eben auch rund 100 Millionen unter der bisher genannten Summe.

Ursprünglich plante die Commerzbank AG, zusammen mit zwei bis drei Partnern einen Anteil von gut 40 Prozent am Axel Springer Verlag für rund eine Milliarde Euro zu übernehmen und nach drei Jahren an die Börse zu bringen.

Dem Konzept müssen nach "Handelsblatt"-Informationen jedoch die Bayerische Landesbank, JP Morgan und Lehman Brother zustimmen, die über ein Pfandrecht am Springer-Paket verfügen. Die drei Institute sollten bislang 300 Millionen Euro erhalten.

Wegen des niedrigeren Wertansatzes reduziere sich dies um die Hälfte. Die Banken sollten dafür mit einer Beteiligung des geplanten Verkaufs an der Börse abgegolten worden.

Was macht die Deutsche Bank?

Auch die Deutsche Bank zeigt großes Interesse, als möglicher vierter Partner in die Transaktion mit einzusteigen. Die Bank war unter Zugzwang geraten, da der Medienunternehmer Leo Kirch das Mandat zur Verwertung der Springer-Aktien an die Commerzbank vergeben hatte.

Die Deutsche Bank hatte bis dahin darauf gesetzt, dass das Springer-Paket ihr zufallen würde, da es ihr als Sicherheit für einen Kredit über 720 Millionen Euro dient.

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