Playboy Häschen hoppeln künftig woanders

Verschwindet das populäre Männer-Magazin vom deutschen Markt? Die Verlagsgruppe Heinrich Bauer will den "Playboy" nicht weiter herausgeben.

Hamburg – "Wir haben die Verhandlungen mit Playboy Enterprises über eine Verlängerung der Print-Lizenz abgebrochen", sagte Andreas Fritzenkötter, Sprecher der Verlagsgruppe Heinrich Bauer, gegenüber manager-magazin.de. Offensichtlich ohne großes Bedauern hat sich der Bauer-Verlag gegen eines der wohl bekanntesten Männer-Magazine entschieden. Somit liegt die Lizenz für den "Playboy" nur noch bis Ende des Jahres in Bauers Händen.

Den Zuschlag für die Weiterführung des Magazins könnte der Münchener Verlag Burda Medien erhalten. Burda dürfte ein großes Interesse an "Playboy" haben, denn die Internettochter Tomorrow Focus  hält bereits die Internet-Lizenz für Playboy.de. Doch noch will das Verlagshaus Burda die Vorkommnisse nicht kommentieren.

Neues Männer-Magazin in Planung

Die Verlagsgruppe Heinrich Bauer hat dagegen schon vorgebeugt. Sie will sich mit der Absage an "Playboy" nicht aus dem Markt für Männer und Lifestylemagazine verabschieden. Sobald die exklusive Bindung an das Magazin beendet ist, soll ein eigenes, neues Magazin auf den Markt kommen, das die bisherige "Playboy"-Redaktion bestücken wird. Wie es heißen und wann es an den Start gehen soll, will Fritzenkötter nicht verraten.

Playboy-Cover

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Grund für die Entscheidung, sich von "Playboy" zu trennen, sei unter anderem, dass der US-Verlag Playboy Enterprises verlangt habe, jede eigene Neuentwicklung in dem Marktsegment auszuschließen. "Eine Konzentration allein auf den 'Playboy' ist auf Dauer nicht mit unseren Zielen vereinbar", so Fritzenkötter.

Darüber hinaus hätten die beiden Verhandlungspartner die wirtschaftliche Entwicklung des Blattes auf dem deutschen Markt unterschiedlich bewertet. Und die sah wohl für den Bauer-Verlag nicht so rosig aus, wie es sich die Amerikaner gewünscht hätten, heißt es in Branchenkreisen.

Neben der Werbeflaute, die der gesamten Branche zu schaffen macht, sank nach IVW auch die verkaufte Auflage des "Playboy" von 291.892 Exemplaren im vierten Quartal 2001 auf 240.063 im ersten Quartal 2002. Ein Jahr zuvor zählte "Playboy" im ersten Quartal noch eine verkaufte Auflage von 252.028 Exemplaren.