Premiere Rettung in letzter Minute?

Der Australische Medientycon Rupert Murdoch bietet angeblich 600 Millionen Euro für die Mehrheit an Leo Kirchs Bezahlsender. Auch die Banken wollen sich an der Sanierung finanziell beteiligen.

Hamburg/München - Der Medienunternehmer Rupert Murdoch bietet nach Informationen der "Welt am Sonntag" 600 Millionen Euro für die Mehrheit an Leo Kirchs Bezahlsender Premiere. Damit steigen die Chancen, dass die Premiere-Muttergesellschaft KirchPayTV an einem Insolvenzantrag vorbeikommt.

Auch die Banken hätten ihre Bereitschaft signalisiert, sich an der Sanierung des Senders finanziell zu beteiligen, schreibt die "WamS" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Wie hoch die Beteiligung von Murdoch an Premiere letztlich sein werde, sei noch offen, hieß es. Er werde aber auf jeden Fall die Mehrheit halten.

Zuvor war aus Branchenkreisen verlautet, dass Premiere gute Chancen habe, ohne einen Insolvenzantrag auszukommen. Die zur KirchGruppe gehörende KirchMedia hatte am Montag Insolvenz beantragt. Auch ein entsprechender Antrag der KirchPayTV war erwartet worden.

Wann schlägt Murdoch zu?

Der Chef der bayerischen Staatskanzlei, Erwin Huber (CSU), zeigte sich ebenfalls zuversichtlich über die Aussichten für die Premiere- Dachgesellschaft KirchPayTV. "Es sieht so aus, als könnte Premiere den Betrieb auf absehbare Zeit fortführen", sagte Huber dem "Münchner Merkur".

Bereits seit Tagen laufen Gespräche zwischen Banken und den Premiere-Gesellschaftern wie Rupert Murdoch. Die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme des Senders durch Murdoch hat sich laut Presseberichten in den vergangenen Tagen erhöht. Nach wie vor wurde aber nicht ausgeschlossen, dass er einen Insolvenzantrag abwarten und erst dann zugreifen werde.