Viva Kein Dolce Vita für Viva

Vermasselte Italienreise - Dieter Gorny gibt das Engagement beim Sender Rete A auf.

Düsseldorf – Viva  beendet die Zusammenarbeit mit dem italienischen TV-Kanal Rete A. Wie das Handelsblatt berichtete, gibt es Probleme beim Kauf weiterer Rete-Anteile durch den Kölner Musiksender. Viva hält fünf Prozent an Rete. Nach Berichten von Branchenkennern war Ende 2001 der Zukauf von weiteren 55 Prozent für 60 Millionen Euro geplant. In Anbetracht der derzeitigen Werbeflaute sind die Verantwortlichen bei Viva nun nicht mehr bereit, diesen Preis zu zahlen.

Gleichzeitig hat sich das Klima zwischen beiden Unternehmen dem Gefrierpunkt genähert. So gab es Differenzen bei der Programmgestaltung von Rete. Auch bei der Benennung ihres Musikprogramms kochten die Italiener ihr eigenes Süppchen und betitelten es mit "Rete All Music" anstatt wie besprochen mit "Viva Italy". Die Kölner kündigten hierauf erbost eine Schadenersatzklage an.

Harte Worte zwischen den ehemaligen Partnern

Entsprechend läuft der verbale Schlagabtausch ab. Viva-Vorstandschef Dieter Gorny sprach gegenüber dem Handelsblatt von "fehlender Managementsicherheit und Professionalität". Umgekehrt klagte der Mailänder Sender über mangelhafte Übereinstimmungen im Programm, die zu Verlusten bei der Einschaltquote geführt hätten. Die ganze Art "sei zu deutsch".

Trotz der ernüchternden Erfahrung will Viva nach neuen Partnern in Italien suchen. Das Land gilt als drittgrößter Werbemarkt Europas und spielt entsprechend eine wichtige Rolle im Rahmen der Europa-Strategie.

Über mögliche Gesprächspartner wollte sich eine Viva-Sprecherin gegenüber manager-magazin.de nicht äußern. Auch darüber, was mit den verbleibenden fünf Prozent geschehen soll, gab es keinen Kommentar aus Köln. Ein Rete-Mitarbeiter sagte aber gegenüber dem Handelsblatt, dass es derzeit keine Anzeichen für ein Abstoßen der verbleibenden Anteile gäbe. Außer in Italien ist Viva europaweit auch in Polen (VIVAPolska!), Ungarn (VIVA+) und der Schweiz (VIVASwizz) aktiv.

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