Microsoft Dezentralisierung bei Microsoft

Steve Ballmer krempelt das Unternehmen um. Der Software-Giganten bekommt eine neue Struktur.

Düsseldorf – Bei Microsoft  ist nach einem Bericht des Handelsblattes keinen Platz mehr für einen dritten Spitzenmann hinter Konzernchef Steve Ballmer und Entwicklungschef Bill Gates. Richard Belluzzo, zuständig für das operative Geschäft, wird den Konzern im September verlassen.

Hintergrund für die Personalie sind fundamentale Änderung in der Unternehmensstruktur des Software-Giganten aus Redmon. Steve Ballmer teilte den Mitarbeitern mit, dass der Umbau "bessere und schnellere Entscheidungen" ermöglichen und "Unternehmertum in den Kerngeschäftsbereichen" fördern solle.

Das bedeutet in erster Linie Dezentralisierung. Statt eines einzelnen operativen Chefs sollen die Leiter der sieben Kernbereiche des Unternehmens mehr Macht erhalten. Die Leistungen der Abteilungen sollen so intern besser bewertet werden können. Bisher war es schwierig, Ausgaben für Marketing, Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung genau aufzuspalten.

Hintergrund für den organisatorischen Neuanfang sind die sinkenden Wachstumsaussichten von Microsoft. Seit Ballmer im Januar 2000 den Chef-Posten von Bill Gates übernommen hat, arbeitet er fieberhaft an einer besseren Kostenkontrolle.

Ein weiterer Grund für die Einführung einer neuen Struktur könnte die im Kartellprozess gerichtlich verordnete Aufspaltung des Konzerns sein. Das Urteil wurde zwar in zweiter Instanz wieder aufgehoben, doch der Prozess läuft noch. Microsoft hob allerdings hervor, dass die Neuorganisation nichts mit dem Prozess zu tun habe.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.