Kirch/DFL Staatsknete für Kahn & Co

Die Fußball-Bundesliga leidet unter der Kirch-Krise. Jetzt sollen Steuergelder die Not lindern.

Düsseldorf - Der Bund und mehrere Landesregierungen erwägen Bürgschaften von 200 Millionen Euro für die Fußball-Bundesliga, um im Falle einer Insolvenz der Kirch-Gruppe einen Konkurs zahlreicher Profi-Vereine zu verhindern. Ein Sprecher der nordrhein-westfälischen Landesregierung sagte am Donnerstag, das Land Nordrhein-Westfalen sei grundsätzlich bereit, sich neben anderen Bundesländern und dem Bund an einer Bürgschaft für die Liga zu beteiligen. 200 Millionen Euro seien "als maximale Obergrenze" in Erwägung gezogen worden.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" hat sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL), die die 36 deutschen Profivereine vertritt, zuletzt in Anbetracht der kritischen Lage bei Kirch um staatliche Unterstützung bemüht, um die fehlenden TV-Gelder ausgleichen zu können. Für die meisten Clubs sind die Fernsehgelder die wichtigste Einnahmequelle.

"Ein halbes Jahr Liquidität für die Bundesliga"

Kirch, der die Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga (Premiere und Sat.1) bis 2004 besitzt, müsste Anfang Mai und August je knapp 100 Millionen Euro als nächste Raten überweisen. Doch dies ist sehr unwahrscheinlich. Mit einer Insolvenz der hoffnungslos überschuldeten KirchGruppe wird in den nächsten Tagen gerechnet.

An den Verhandlungen, die bereits Mitte Februar stattgefunden hätten, seien neben der DFL und einigen Fußballmanagern auch Vertreter des Bundes und der nordrhein-westfälischen Landesregierung beteiligt gewesen.

"Bei diesen Gesprächen ist verhandelt worden, dass Bund und Länder der Bundesliga ein halbes Jahr Liquidität verschaffen wollen, damit in dieser Zeit die TV-Vermarktung neu geregelt werden kann", sagte Miriam Meckel, Medien-Staatssekretärin von NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement, der "Süddeutschen Zeitung".

Nicht überall stößt die sich anbahnende Lösung auf Zustimmung. Willi Lemke - früher Manager von Werder Bremen, heute Senator für Bildung und Wissenschaft in der Hansestadt - äußerte sich in einem Telefoninterview bei NTV kritisch. Demnach müsse die Bundesliga das Problem selber lösen und auch über eine Änderung der Gehaltsstrukturen bei den Spielern nachdenken.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.