Kartellstreit Reueloser Monopolisten

Letzte Runde im Kartellprozess - die US-Bundesstaaten fordern schärfere Strafen für Microsoft.

Washington – Microsoft-Chef Steve Ballmer hatte im Vorfeld gejammert – die Existenz für die Microsoft Betriebsysteme stünde auf dem Spiel, sollte es härtere Strafen für Microsoft geben. Am Montag hat nun der Prozess begonnen, bei dem neun US-Bundesstaaten gegen den Softwareriesen Microsoft klagen.

Und es kam wie erwartet. In der vermutlich entscheidenden Runde des Kartellprozesses gegen Microsoft forderten die Anwälte der US-Bundesstaaten am Montag schärfere Strafen gegen den Softwareriesen. Vor einem Distriktgericht in Washington schilderten die Anwälte Microsoft als einen reuelosen Monopolisten, der seine Konkurrenten weiter bitter bekämpfe.

Dell unter Druck

Als Beispiel nannten sie Microsofts Vorgehen gegen den Computerhersteller Dell, der im Jahr 2000 einige seine Rechner statt mit Windows mit dem alternativen Linus-Betriebssystem ausstatten wollte. Wie die "Washington Post" berichtete, beendete Dell seinen Vorstoß im Juni 2001, nachdem Microsoft den Computerkonzern auf die "Vorzüge" einer guten Partnerschaft hingewiesen hatte.

Bei der Anhörung geht es um die Strafvorschläge von neun Bundesstaaten, die den im November zwischen dem US-Justizministerium und dem Konzern ausgehandelten außergerichtlichen Vergleich abgelehnt haben. Die Anwälte forderten unter anderem, dass Microsoft eine abgespeckte Version seines Windows-Betriebssystems anbieten soll, so dass Konkurrenten eine Chance haben, ihre Produkte wie Videoabspiel- Software mit einzubringen. Außerdem bestanden sie auf einer Offenlegung des Quellcodes für den Internet-Explorer, mit dem Computernutzer im Netz surfen können.

Die vorläufig letzte Runde im Kartellprozess wird wahrscheinlich acht Wochen dauern. Ursprünglich sollte die Anhörung schon am 11. März beginnen, wurde auf Bitten von Microsoft aber verschoben, nachdem die Bundesstaaten kurzfristig Änderungen an ihren Vorschlägen vorgenommen hatten.

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