HP/Compaq Dämpfer für Fiorina

Die Bank of America ist gegen die Fusion. Walter Hewlett jubelt, Carly Fiorina trauert.

Charlotte – Hewlett-Packard-Chefin Carly Fiorina muss einen weiteren Dämpfer einstecken. Die Bank of America hat sich gegen die geplante Übernahme des PC-Herstellers Compaq  durch Hewlett Packard  ausgesprochen.

Es ist zwar noch kein endgültiger Sieg für die Fusions-Gegner um Walter Hewlett, den Sohn eines der beiden Firmengründer, doch ein wichtiger Erfolg im erbittert geführten Streit um den geplanten Zusammenschluss. Die Bank of America ist immerhin der fünftgrößte Aktionär von HP. Sie hält sechs Millionen HP-Aktien direkt. Außerdem verwaltet sie 47 Millionen HP-Papiere im Auftrag von Kunden.

21 Prozent der Aktionäre gegen Fusion

Zuspruch erhielt Fiorina dagegen von der Finanzgruppe Putnam Investments, die für einen Zusammenschluss der beiden Computerkonzerne zu stimmen. Putnam besitzt 46,2 Millionen Aktien von HP sowie 68,9 Millionen Compaq-Anteile.

Nach Berechnungen der Agentur Bloomberg haben sich mittlerweile rund 21 Prozent der HP-Eigner dem Lager der "Opposition" von Walter Hewlett angeschlossen. Acht Prozent der HP-Aktionäre haben öffentlich angekündigt, die Fusion zu unterstützen. Die endgültige Entscheidung fällt am 19. März. Dann müssen die Aktionäre über die geplante Fusion abstimmen.

Gegner in Siegsstimmung

Die Entscheidung der Bank of America sei ein "großer Sieg der Opposition", sagte Tom Burnett, Präsident des US-Beratungsunternehmens Merger Insight. "Walter Hewlett hat einen großen Vorsprung." Es sei aber noch zu früh, um sicher den Ausgang der Aktionärsabstimmung vorauszusagen. Zuvor hatten sich bereits die Wells Fargo Bank und die Pensionskassen der öffentlichen Angestellten von Kalifornien und der Lehrer von Ontario gegen den Zusammenschluss der beiden Konzerne ausgesprochen.

Von dem Ausgang der Abstimmung hängt auch das Schicksal von HP-Chefin Carly Fiorina ab. Die Vorzeige-Managerin argumentierte hartnäckig, dass die Übernahme von Compaq die Position von HP im Segment der Hochleistungscomputer und Dienstleistungen erheblich verbessern werde. Die neue HP könne damit sogar den weltgrößten Computerkonzern IBM überrunden. Die Gegner meinen dagegen, durch die Fusion werde HP vor allem vom Markt der Personal Computer mit niedrigen Margen abhängig.