Fußball Übergreifende Kooperation

DFL-Chef Hackmann plant ohne Leo Kirch. Die Bundesliga will die TV-Rechte selbst vermarkten.

Hannover - Die Finanzkrise der KirchGruppe hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) veranlasst, neue Konzepte über die Fernsehzukunft der Bundesliga zu entwickeln. Nach Angaben des "Kicker" plant der Dachverband der 36 Profi-Clubs, die Rechte nach Ablauf des bestehenden TV-Vertrags im Jahr 2004 selbst zu vermarkten. Dabei soll mit mehreren Free-TV und Pay-TV-Sendern kooperiert werden.

Trotz der schlechten Erfahrungen des Pay TV-Senders Premiere ist die Gründung eines eigenen Fußballkanals im Gespräch. Alle Bundesliga- und alle Zweitliga-Spiele sollen live übertragen werden. Gedacht ist auch an eine Einbindung der Regionalliga. Das Konzept geht von einer "nicht verringerten Ertragssituation" für die Vereine aus.

Skepsis der Fernsehexperten

Fernseh-Experten äußerten sich skeptisch zu den Plänen. Nach Angaben aus Kreisen der KirchGruppe betragen die Produktionskosten für ein Jahr Bundesliga rund 30 Millionen Euro. Die DFL und die Clubs, die für den laufenden Vierjahresvertrag 1,53 Milliarden Euro von Kirch erhalten, müssten bei einem eigenen "Fußball-Fernsehen" das Risiko selbst tragen und die Kosten vorfinanzieren. Laut "Kicker" soll ein deutscher Konzern oder eine Bank als strategischer Partner die Anschubfinanzierung für das neue Fußball-TV-Konzept vornehmen.

Nach Angaben der DFL-"Macher" ist die Bundesliga ein gesundes Unternehmen. Allerdings sind viele Vereine hoch verschuldet. Kein TV- Sender schreibt mit Bundesliga-Übertragungen schwarze Zahlen. Die TV- Zuschauerzahlen sind seit Jahren rückläufig. 1995/1996 verfolgten durchschnittlich 6,83 Millionen Zuschauer die Zusammenfassung "ran" auf SAT.1. In der Hinrunde der laufenden Saisin waren es nur noch 4,33 Millionen.

Premiere ist gescheitert

Der Pay TV-Sender Premiere, der seit zwei Spielzeiten alle Bundesliga-Spiele zeigt, konnte trotz mehrerer Preisnachlässe die Abonnentenzahl nur unwesentlich auf 2,4 Millionen Kunden steigern.

Das "Strategie-Papier", das dem DFL- Vorstand vorgestellt werden sollte, sieht wie bisher Live- Übertragungen der Bundesliga-Spiele im Bezahlfernsehen (Pay TV) vor. Neu wären Live-Spiele aus der 2. Liga. Rund um die Begegnungen sollen zusätzlich Fußball-Sendungen mit einer Quizshow, Spieler- Präsentationen und letzten Informationen in Free-TV-Sendern wie ARD, ZDF, RTL oder SAT.1 angeboten werden.

Die Programme sollen nach "Kicker"-Angaben von der DFL produziert werden, ausgenommen ist nur die Berichterstattung bei ARD und ZDF. Im Pay-TV soll ein Fernsehpartner der DFL rund 1,5 Millionen Fußball-Abonnenten garantieren.