Propaganda Gravierender Image-Schaden

Das Pentagon schließt seine Abteilung, mit der es Falsch-Informationen verbreiten wollte.

Washington – Die Aufregung war groß, als bekannt wurde, dass das Pentagon mit gezielt falschen Informationen, auf die Berichterstattung über die USA im Ausland Einfluss nehmen wollte.

Nun macht das Pentagon einen Rückzieher und schließt seine nur wenige Monate alte Propaganda-Abteilung. Das teilte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld mit. Nach seinen Worten haben "unzutreffende Berichte" über Pläne für eine gezielte Verbreitung von Falschmeldungen der Einrichtung so schweren Schaden zugefügt, dass sie nicht effektiv arbeiten könne. Sie werde daher aufgelöst.

Das "Amt für strategische Einflussnahme", das von einem Brigadegeneral geführt wurde, war im November ins Leben gerufen worden. Hintergrund war die Sorge, die Unterstützung im Ausland für den Anti-Terror-Kampf könne abbröckeln im Auge hatten die Strategen besonders islamische Staaten. Das Amt sollte den Angaben zufolge für eine "bessere Information" sorgen, beispielsweise mit dem Verbreiten von Flugblättern und eigenen Radio-Sendungen. Ein Bericht in der "New York Time" brachte dann das Konstrukt zum Sturz. Denn die Zeitung berichtete, dass auch daran gedacht werde, die Auslandsmedien gezielt mit Falschmeldungen zu füttern, um negativer Berichterstattung über die USA entgegen zu treten.

Glaubwürdigkeit in Frage gestellt

Rumsfeld nannte diese Darstellung am Dienstag vor Journalisten "völlig daneben". Er beharrte darauf, dass keine Fehlinformation geplant gewesen sei. Das Aufgabenfeld habe bis jetzt noch nicht im Detail festgestanden. Gefragt, ob die Glaubwürdigkeit des Pentagon insgesamt durch die Kontroverse beschädigt worden sei, sagte Rumsfeld: "Ich bezweifle das. Ich hoffe, nicht. Wenn doch, dann werden wir sie (die Glaubwürdigkeit) wieder aufbauen."

Präsident George W. Bush hatte zuvor auf Fragen, ob er Rumsfeld zu einer Schließung des Amtes aufgefordert habe, geantwortet: "Ich brauchte es ihm nicht mal zu sagen. Er weiß, wie ich darüber denke."