Microsoft Ideologische Unterstellungskampagne?

Unlautere Lobbyarbeit - der SPD-Abgeordnete Tauss schießt scharf gegen Microsoft.

Berlin - Jörg Tauss, SPD-Bundestagsabgeordneter und Sprecher für Bildung und Forschung der SPD-Bundestagsfraktion, hat nach Informationen der "Computerwoche" einen offenen Brief von Kurt Sibold, Chef von Microsoft Deutschland, scharf kritisiert. Er behauptet, das "marktbeherrschende Unternehmen starte regelrechte Marketing-Offensiven und versuche, massiv Einfluss auf parlamentarische Entscheidungen des Ältestenrats zu nehmen."

Tauss lastet Sibold eine "ideologische Unterstellungskampagne" an. In einem offenen Brief an den Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse fährt Tauss schweres Geschütz gegen Sibold auf. Hinsichtlich der bevorstehenden Entscheidung zur neuen IT-Ausstattung für den Deutschen Bundestag sei durch den Brief des Microsoft-Deutschland-Chefs an mehrere Abgeordnete die Mitunterzeichner einer Pro-Linux-Petition (www.bundestux.de) sind, eine weitere Eskalation eingeleitet worden.

"Einfluss auf parlamentarische Entscheidungen"

Im weiteren wird Tauss dann sehr deutlich in seiner Kritik an Microsoft-Chef Sibold: Es falle, schreibt Tauss, allerdings schwer, die Sachlichkeit in dieser Angelegenheit zu wahren, "wenn marktbeherrschende Unternehmen regelrechte Marketing-Offensiven starten und massiv Einfluss auf parlamentarische Entscheidungen des Ältestenrats zu nehmen versuchen".

Eine Entscheidung für den Einsatz von Open-Source-Software im Deutschen Bundestag wäre alles andere als eine Entscheidung gegen Microsoft. Allerdings handelte es sich, würde eine Entscheidung pro Linux fallen, um eine politische Entscheidung, weil sie klaren Sachkriterien, dezidierten politischen Zielvorstellungen und vor allem transparenten Verfahren folgen würde.

Der Entscheidung über die künftige IT-Ausstattung des Deutschen Bundestages sollte eine sachliche Analyse und Bewertung nach den genannten Kriterien vorangehen, nicht aber eine "ideologische Unterstellungskampagne."

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