IT-Allianz Sechs auf einen Streich

SAP, Microsoft, IBM, Intel, HP und Fujitsu kooperieren. Die konkurrierenden Riesen der Branche demonstrieren ungewohnte Geschlossenheit. Nur Sun, das ewige IT-Stiefkind, bleibt draußen vor der Tür und klagt prompt gegen Microsoft.

New York - Europas größter Software-Konzern SAP hat mit einer Reihe großer Unternehmen der Computer-Industrie eine Allianz für einheitliche Internet-Standards geschlossen. Zu der neuen Web Service Interoperability Organization (WS-I) gehörten unter anderem Microsoft, IBM , Intel  Oracle  , Hewlett-Packard und Fujitsu Business Systems , teilte die beteiligten Firmen in der Nacht zum Donnerstag in New York mit.

Gemeinsam wollten die Unternehmen einen Standard für Internet-Anwendungen anbieten, der den Informationsaustausch unter verschiedenen Systemen verbessere.

Bisher nicht an der Allianz beteiligt ist der Erzrivale von Microsoft, Sun Microsystems . WS-I sei aber ein gutes Konzept, das eine nähere Prüfung rechtfertige, hieß es bei Sun. Sun und Microsoft haben mit Java und .Net zwei konkurrierende Systeme für die Entwicklung von Anwendungssoftware auf dem Markt. Software-Entwickler und ihre Firmen müssen sich also zwischen Java und .Net entscheiden. In der WS-I-Allianz sind bereits Unternehmen aus beiden Lagern vertreten.

Sun klagt wegen Wettbewerbsverzerrung

Unterdessen bereitet Sun Microsystems nach Angaben der "Financial Times" einen neuen Rechtsstreit gegen Microsoft vor. Das Unternehmen wirft dem Software-Hersteller vor, es habe seine Monopolstellung ausgenutzt, um Suns Software-Programm Java vom Wettbewerb auszuschalten.

Dem Vorhaben von Sun gehen eine Klage AOL-Time Warners gegen Microsoft im vergangenen Monat und der Kartellstreit zwischen Microsoft und der US-Regierung voraus. In diesem Streit fällte unter anderem ein Berufungsgericht das Urteil, dass Microsofts Aktivitäten gegen Java unrechtmäßig gewesen seien. Java ermöglicht es Software-Entwicklern Anwenderprogramme zu schreiben, die auf jedem Betriebssystem laufen können.

Sun-Chef Ed Zander wird voraussichtlich noch heute eine Pressekonferenz in Kalifornien geben. Die Gesellschaft will außerdem Analysten in San Francisco über ihr weiteres Vorgehen und ihr Handelsverhalten in den kommenden zwei Tagen unterrichten.

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