HP/Compaq Erster Schritt zum Traualtar

Grünes Licht für das Computer-Brautpaar. Die EU billigt die Fusion bedingungslos.

Brüssel – Während sich die Aktionäre mehr oder weniger öffentlich darüber streiten, ob die Fusion der beiden Computerriesen Hewlett-Packard und Compaq einen Sinn macht, hat da Vorhaben von der europäischen Wettbewerbsbehörde grünes Licht gegeben.

Damit werden der Fusion von Europa aus zumindest keine Steine in den Weg gelegt. Die EU-Kommission billigte die Transaktion im Wert von 25 Milliarden Dollar am Donnerstag sogar ohne Auflagen. Carly Fiorina, die Hewlett-Packard-Konzernchefin, begrüßte die EU-Entscheidung. "Wir sind hocherfreut über die EU-Entscheidung", erklärte sie.

Wie die Brüsseler Behörde mitteilte, entstehe keine marktbeherrschende Stellung. Hewlett Packard (HP) könne auch mit Compaq künftig nicht einfach die Preise erhöhen. Die Kommission kam nach einmonatiger Prüfung zu dem Schluss, dass dem Verbraucher auch weiterhin eine angemessene Auswahl bei Personalcomputern, Druckern und Servern bleibe. Fusionen dieser Größeordnung werden meist wesentlich länger von der Kommission untersucht.

Zweiter IT-Riese

Mit dem Zusammenschluss des neuen US-Konzerns entsteht der weltweit zweitgrößte Informationstechnik-Riese nach IBM. Beim PC gebe es in Europa ausreichend starke Konkurrenten wie IBM, Dell und Fujitsu-Siemens, berichtete die Kommission. Auch bei Servern, die Datenverarbeitungsgeräte wie PC oder Drucker in einem Netz verbinden, habe der neue Konzern ausreichend Konkurrenz.

Bei Druckern, wo die Unternehmen nach früheren Branchenangaben gemeinsam auf erhebliche Anteile kommen, werde HP nicht in die Lage sein, Konkurrenten auszuschalten, sagte die Kommission.

Aktionäre liegen noch im Streit

Noch ist allerdings nicht das letzte Wort gesprochen worden. Nun müssen die Aktionäre im März dem Zusammenschluss zustimmen und auch das Okay der Wettbewerbsbehörde in den USA steht noch aus. Erst dann können die Konzerne an die Arbeit gehen und als ein gemeinsames Unternehmen auftreten.

HP hatte im September 2001 angekündigt, den Konkurrenten Compaq durch einen Aktientausch übernehmen zu wollen. Die Transaktion soll nach damaligen Angaben in der ersten Hälfte des laufenden Jahres abgeschlossen werden. Doch noch streiten sich die Aktionäre. Vor allem die Gründerfamilien von Hewlett-Packard können sich mit dem Vorhaben nicht anfreunden.