Sotheby's EBays Schachzug

Das Traditionshaus geht neue Wege. Im Internet arbeitet es nun mit dem Versteigerer EBay zusammen.

London – Wer demnächst die edles Porzellan, Kunstdrucke oder antiquarische Möbel ersteigern möchte, muss nicht mehr unbedingt zum wohl bekanntesten Auktionshaus gehen. Denn das traditionsreiche Sotheby's will künftig mit der Internet-Plattform EBay zusammenarbeiten. David Redden, Vizechef von Sotheby's, gab sich am Donnerstag auf der Webseite des Auktionshauses sogar als eBay-Fan zu erkennen. "Ich benutze die ganze Zeit deren Angebot", hieß es dort.

Pikiert sprachen Marktbeobachter gleich von einer "Kapitulation des Traditionsunternehmens vor der neuen Wirtschaft". Damit habe sich die Internet-Plattform von Sotheby's offensichtlich nicht bewährt. Das Unternehmen machte damit im ersten Halbjahr 2001 Verluste in Höhe von 5,7 Millionen Pfund.

Wie mitgeteilt wurde, soll die bisherige Webseite Sothebys.com auch weiterhin Kunst, Antiquitäten und Schmuck anbieten, wird aber in EBay eingegliedert. So werden künftig neben "traditionellen" Auktionaten über das Netz auch Stofftiere, Barbie-Puppen, CD's, Bücher oder Heiratsanträge zu ersteigern sein. Das Internet-Aktionshaus eBay hat nach eigenen Angaben 42 Millionen registrierte Nutzer.