KarstadtQuelle/Telekom Rabattversprechen

Die beiden Konzerne gehen gemeinsam auf Kundenfang. Dafür legen sie ihre Bonusprogramme zusammen.

Düsseldorf – Ab April ist es soweit. Dann können auch Karstadt-Kunden vom Rabattprogramm der Telekom profitieren. Bonuspunkte gibt es dann auch für T-Online. Grund: Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern KarstadtQuelle und die Deutsche Telekom planen ihr gemeinsames Bonus-Programme zusammenführen.

Telekom-Vorstand Josef Brauner sagte, bis zum Jahresende würden 13 Millionen Teilnehmer am gemeinsamen "HappyDigits"-Bonusprogramm erwartet. "Wir wollen Marktführer werden", ergänzte KarstadtQuelle-Vorstand Peter Gerard. Doch der Chef des Branchenprimus Payback, der über 15 Millionen Bonuskarten verwaltet, sieht die neue Allianz gelassen. "Wir freuen uns auf den Wettbewerb der Karten im Portemonnaie", sagte Alexander Rittweger.

Dennoch Karstadt und die Telekom sind starke Marken. Die beiden Partner planen einen branchenübergreifenden Kartenpool aufzubauen. In jeder Branche, in der der Kunde einkauft, soll er künftig beim Kauf von Waren und Dienstleistungen Punkte sammeln können. Für einen Euro Umsatz gibt es einen Bonuspunkt, einen so genannten HappyDigit.

Punkte T-Punkten

Bei der Telekom können die Punkte für das Telefonieren im Fest- und Mobilnetz, für das Surfen im Internet über die Online-Tochter und beim Einkauf in den T-Punkten gesammelt werden. Aber auch beim Kauf in den 187 Karstadt-Warenhäusern, bei den Versandhandelstöchtern Quelle und Neckermann, den Fachgeschäften und den Internetplattformen des Essener Konzerns können Bonuspunkte verbucht werden. Bei Aktionen und Gewinnspielen im Internet winkt Besitzern der Karte künftig ebenfalls eine Gutschrift für jeden Euro Umsatz. Zudem werde der Prämienkatalog auf 300 Artikel von derzeit 30 Produkten aufgestockt, teilten die beiden Unternehmen weiter mit.

Zunächst würden die Warenhäuser auf die HappyDigits-Karte umschwenken, dann folgten die Versandhändler Quelle und Neckermann sowie die anderen KarstadtQuelle-Töchter, kündigte Gerard an. Bis zum Jahresende soll die neue Karte um neue Funktionen erweitert werden. Dabei werde nicht nur an eine reine Zahlungsfunktion gedacht. Die Karte eigne sich auch für Versicherungen und andere Bankdienstleistungen, sagte der Vorstand des Handelskonzerns zu den Plänen.

Über acht Millionen Rabatt-Kunden

Das neue branchenübergreifende Bonussystem von KarstadtQuelle und Telekom verwaltet eine eigenständige Gesellschaft. Die Telekom halte an der neuen Customer Advantage Programm GmbH 51 Prozent der Anteile, KarstadtQuelle den Rest.

Die Telekom startete ihr HappyDigit-Programm vergangenen Herbst. Nach Brauners Worten sammeln bisher 500.000 Kunden Bonuspunkte bei der Telekom. KarstadtQuelle steuert dagegen mehr als acht Millionen Kartenkunden zur Allianz bei. Angaben zum Kartenumsatz pro Kunde machte der Telekom-Vorstand nicht. Karstadt-Vorstand Gerard bezifferte den durchschnittlichen Umsatz eines Kartenkunden auf rund 1000 Euro im Jahr.

Payback kündigt neue Partner an

Der Chef des Konkurrenten und Marktführers Payback kritisierte die von KarstadtQuelle im Zuge der Allianz mit der Telekom genannte Reichweite der neuen Karte. Der Essener Konzern hatte darauf verwiesen, die Telekom habe einen Zugang zu 40 Millionen Kunden. "Eine Zahl von Kunden, heißt noch nicht, dass alle die Karte nehmen wollen", sagte Loyalty Partner-Geschäftsführer Alexander Rittweger.

"Wenn wir alle Payback-Partner zusammenrechnen, haben wir eine Reichweite von 80 Millionen." So könne man nicht rechnen. Payback habe aktuell mehr als 15 Millionen Karten im Umlauf und sei damit Marktführer. "Noch im ersten Halbjahr werden wir zwei neue große Partner präsentieren". Namen nannte Rittweger nicht. Am Freitag wird Payback Einzelheiten der seit langem angekündigten Kooperation mit dem Kreditkartenunternehmen Visa bekannt geben, kündigte Rittweger an.

Die Lufthansa-Tochter Loyalty gibt für 20 Partner die Bonuskarte "Payback" heraus. Partner des Münchener Unternehmens sind etwa die Metro-Töchter Real und Kaufhof, die Tankstellenkette Dea, die Obi-Baumärkte sowie die Drogeriemärkte dm. Hauptgesellschafter von Loyalty-Partner ist neben der Lufthansa mit 50,6 Prozent die Metro mit 25 Prozent.