Telefónica Europastrategie in Frage

UMTS-Fehlstart - nach Quam bereitet auch die Mobilfunkfirma Ipse dem spanischen Konzern Probleme.

Madrid - Telefónica  ist der größte Telekommunikationskonzern Spaniens. Wie andere Größen seiner Branche versucht das von Martin Bangemann beratene Unternehmen, vor allem in Europa zu expandieren. Doch wie es aussieht, ist das Unternehmen dabei heftig ins Grübeln geraten. Denn nicht immer entpuppt sich ein Geschäft als Erfolg - auch wenn man dafür viel Geld ausgegeben hat.

Das Mobilfunkengagement in Europa der Tochter Telefónica Móviles  bereitet dem Telefonriesen Magenschmerzen. In Deutschland legte die Mobilfunkfirma Quam, an der neben Telefónica auch der finnische Konzern Sonera beteiligt ist, einen bescheidenen Start hin. Wochenlang konnten keine Verbindungen zu anderen Handynetzen hergestellt werden, sodass das Unternehmen den Verkauf zwischenzeitlich ganz stoppte.

Ipse vor dem Aus?

Schlimmer war es offensichtlich noch in Italien. Hier soll nach Informationen des "Handelsblatts" die Zukunft des Mobilfunkunternehmens Ipse auf dem Spiel stehen. Denn die Perspektiven für den UMTS-Markt werden immer mehr zum Risiko. Aus Unternehmenskreisen heiße es, dass Telefónica nicht bereit sei, weiteres Geld in Ipse zu stecken. Unter anderem weil die italienischen Anteilseigner nicht den Plänen von Telefónica folgen wollten. Neben den Spaniern, die 40 Prozent der Anteile an dem Konsortium halten, sind ebenfalls Sonera sowie Fiat und weitere Investoren bei Ipse dabei.

Die Zeitung zitiert eine Ipse-Managerin, wonach die Gesellschafter untereinander total verkracht seien. Sollte das Unternehmen keine Finanzspritze erhalten, könnten die Gehälter der Mitarbeiter schon für Februar nicht gezahlt werden, heißt es.

Zerbricht das Konsortium, würde sich Telefónica die Fehler seiner Europapolitik selber eingestehen. Analysten hatten immer wieder die Strategie bemängelt. Noch größer wäre aber sicherlich der Verlust der teuer bezahlten UMTS-Lizenz. Kostenpunkt: 3,27 Milliarden Euro.