Browser-Krieg Microsoft dominiert

Der Internet Explorer hat Deutschland erobert. Der Netscape Navigator ist nahezu verdrängt.

Hamburg - Microsoft hat mit seinem Browser-Programm Internet Explorer innerhalb von nur fünf Jahren den einstigen Marktführer Netscape fast vollständig vom Markt verdrängt. Nur noch 11,8 Prozent der deutschsprachigen Internet-Nutzer setzten den Netscape Communicator zum Surfen im weltweiten Datennetz ein. Das Microsoft-Programm verwenden dagegen 87,1 Prozent. Dies ergab eine Studie des Marktforschungsinstituts Fittkau & Maaß.

Vor rund fünf Jahren waren die Marktanteile der beiden Browser noch umgekehrt. Noch 1996 hatte Netscape, das mittlerweile in den Besitz von AOL Time Warner übergegangen ist, den Markt mit einem Anteil von 88,1 Prozent eindeutig dominiert. Das Microsoft-Produkt nutzten damals nur 3,3 Prozent der deutschen Internet-Gemeinde. Nahezu unbedeutend ist der Anteil der übrigen Programmanbieter. Ihr Anteil hat sich in dem Zeitraum von 8,6 auf 1,1 Prozent verringert.

Microsoft wieder vor Gericht

Erst in dieser Woche wurde bekannt, dass Netscape das Bill-Gates-Unternehmen erneut vor den Kadi zieht. Das Unternehmen wirft dem Rivalen vor, mit wettbewerbswidrigen Mitteln seine Marktmacht durchgesetzt zu haben. Die sieben Punkte umfassende Anklageschrift basiert auf bereits geführten Prozessen gegen den Softwareriesen, bei denen Microsoft Kartellverstöße bescheinigt worden waren.

In der Klageschrift wird Microsoft vorgeworfen, widerrechtlich sein Windows-Betriebssystem mit dem Internet-Browser Explorer verknüpft und damit versucht zu haben, den Netscape-Browser vom Markt zu verdrängen. Das Ergebnis der Studie spricht für sich.

Vorwürfe gegen AOL

Der Streit zwischen AOL und Microsoft nimmt derweil an Schärfe zu. Microsoft warf dem klagenden Unternehmen AOL Time Warner vor, wichtige Dokumente zurückzuhalten. Darin sei aufgeführt, wie AOL die neun US-Bundesstaaten im Kartellprozesses gegen Microsoft unterstützt habe, damit diese auf schärfere kartellrechtliche Strafen drängen.

Im Laufe dieses Prozesses war ursprünglich die Zerschlagung des weltgrößten Softwarekonzerns beschlossen worden. Im Revisionsverfahren konnte Microsoft dieses Urteil jedoch wieder aufheben. Vom Vorwurf, seine Monopolstellung missbraucht zu haben, wurde der Softwareriese jedoch nicht frei gesprochen.

Bei der Festlegung des Strafmaßes rückte eine außergerichtliche Einigung auf Betreiben der US-Regierung in greifbare Nähe. Neun der insgesamt 19 klagenden Bundesstaaten wollten sich allerdings auf den ausgehandelten Kompromiss nicht einlassen.