Consors Breite Absage

Die Postbank springt vom Kaufangebot ab. Auch die Allianz zeigt sich zurückhaltend.

Frankfurt - Noch Anfang des Monats hat die Postbank ihr Interesse an dem zum Verkauf stehenden Online-Broker Consors  angemeldet. Nun machte Postbank-Vorstandsvorsitzende Wulf von Schimmelmann einen Rückzieher. "Wir gehen davon aus, dass ein anderer als wir zum Zug kommt, warum sollen wir also mitbieten", sagte Schimmelmann. Das Bankhaus werde kein Angebot mehr machen. Es wolle sich lieber im Privatkundengeschäft stärker auf ältere Menschen konzentrieren. "Jeder zweite Kunde bei uns ist über 50 Jahre alt, diese Gruppe hält 71 Prozent der angelegten Gelder", so Schimmelmann.

Allianz macht kein Angebot

Die Postbank steht damit nicht allein. Auch von der Allianz  scheint kein weiteres Interesse an Consors zu haben. Ein Allianz-Sprecher sagte, er wolle die Consors-Spekulationen nicht kommentieren. Allerdings wies er daraufhin, dass die Allianz-Tochter Advance Bank in dem Online-Segment "bereits gut positioniert" sei. Die Bank biete ebenfalls die Möglichkeit des Online-Wertpapier-Handels an. In Allianz-Kreisen wird deshalb ein Kauf von Consors ausgeschlossen. Die Allianz sei derzeit mit der Integration der Dresdner Bank beschäftigt.

Mitte der Woche spekulierten Branchenkenner noch, dass der Versicherungskonzern ein Übernahmeangebot machen werde. Ganz unbegründet waren diese Überlegungen nicht, denn die Allianz hatte bereits schon vor einem Jahr ihr Interesse an Consors gezeigt. Damals waren die Verhandlungen aber abgebrochen worden. Die Consors-Mutter SchmidtBank und Allianz konnten sich nicht auf einen Preis einigen.

Wer erhält den Zuschlag?

Die Absage der beiden potenziellen Interessenten zeigt nur wie schwierig die momentane Lage ist. Die Auffanggesellschaft der finanziell angeschlagenen SchmidtBank will bis Ende März die Nürnberger Online-Tochter verkauft haben. Das Hofer Bankhaus hält 65 Prozent der Anteile an Consors.

Bereits seit Wochen wird eine lange Liste mit Namen möglicher Consors-Interessenten gehandelt. Sie reichte bisher von der Postbank über den Sparkassen-Broker und französische Häuser wie BNP Paribas oder Fimatex bis zu US-Finanzkonzernen wie dem Online-Broker Charles Schwab. Neben der Commerzbank hatte zuletzt auch die HypoVereinsbank Interesse an Consors angemeldet.