SAP Zusammenschluss

Der Softwareriese kombiniert SAP Markets und SAP Portals in neuer Tochtergesellschaft.

Frankfurt/Walldorf/Palo Alto - Erst am Dienstag meldete SAP , dass die Tochter SAP Portals mit Compaq ihre Allianz vertieft. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen ihre Produkte vermarkten.

Nun stellt der SAP-Konzern seine weiteren Planungen für SAP Portals vor. Die beiden Geschäftsbereiche SAP Markets und SAP Portals sollen in einer neuen selbständig agierenden Tochtergesellschaft zusammengeführt werden. Sitz des neuen Unternehmens soll das kalifornische Palo Alto werden, wo bereits SAP Portals angesiedelt ist. Auch die Leitung kommt von SAP Portals, dessen bisheriger Chef Shai Agassi wird die neu geschaffene Gesellschaft leiten.

Zusammenschluss für die Kunden

Das Walldorfer Unternehmen beabsichtige damit keine Kostensenkungen, sondern die "SAP-Botschaft an die Kunden zu schärfen", sagte Co-Vorstandschef Hennig Kagermann am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Stellenabbau sei damit nicht geplant. Beide Unternehmen beschäftigen zusammen 1700 Mitarbeiter.

Mit dem Zusammenschluss wolle SAP seine Kräfte in diesem Marktsegment bündeln und so Kunden die Integration von SAP-Produkten erleichtern. Im Mittelpunkt solle vor allem die Schaffung von offenen Industrie-Standards stehen, wodurch die Integration von SAP-Software sowie von Programmen fremder Anbieter vereinfacht werden soll. SAP-Programmierer bedienten sich dazu nicht mehr nur des hauseigenen Sprachcodes ABAB, sondern auch der universellen Programmiersprache Java.

Im Vorfeld hat SAP Portals bereits sein Partnerprogramm umstrukturiert. Wie das Unternehmen am Dienstag ebenfalls mitteilte, gliedere sich der Bereich nun in zwei Segmente - in ein Programm für Technikpartner und Zulieferer redaktioneller Inhalte sowie ein Programm für Systemintegratoren.

Alles beim Alten bei Commerce One

Eine Absage erteilte SAP-Chef Hasso Plattner den Gerüchten, dass sich das Softwareunternehmen möglicherweise von dem US-Partner Commerce One trennen wolle. SAP habe weder die Absicht, Commerce One vollständig zu übernehmen noch seinen Anteil an dem Unternehmen zu verringern, sagte Plattner. SAP hatte vergangenen August seinen Anteil an Commerce One auf 20 Prozent aufgestockt. Alles andere sei reine Spekulation, so Plattner.

Commerce One, ein Hersteller von Software zum Aufbau von Internet-Marktplätzen, sei nach wie vor strategischer Partner für das Gemeinschaftsprodukt "Marketset". Die Vertriebsallianz sei jedoch nicht erfolgreich gewesen, sagte Plattner. Die Kunden beider Unternehmen seien zu verschieden.

Nur bei Großprojekten sollen die Verkaufsteams weiter zusammenarbeiten. Zudem habe SAP Commerce One aufgefordert, mehr eigene Produkte zu entwickeln und eigene Kunden zu gewinnen, um die Abhängigkeit von SAP zu verringern.